Panorama
Atom-Skandal in Frankreich: Große Mengen Plutonium in Kernforschungszentrum gefunden
MOSKAU, 16. Oktober (RIA Novosti). Bei der Inventur des geschlossenen französischen Kernforschungszentrums Cadarache an der Côte d'Azur (Südfrankreich) sind laut France Presse über 30 Kilogramm unerfasstes Plutonium gefunden werden.
Wie das Komitee für Atomenergiewirtschaft (CEA) in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte, war beim Abbau des im Jahr 2003 stillgelegten Kernforschungszentrums eine unerwartet große Menge von Plutonium entdeckt worden.
Nach Angaben des Sprechers des Kernforschungszentrums, Serge Durand, wurden bei der Öffnung von 150 hermetisch geschlossenen Behältern 22 Kilogramm Plutonium statt acht festgestellt. Da in Caradache insgesamt 450 solche Container aufbewahrt werden, rechnen die Mitarbeiter des Zentrums mit insgesamt 39 Kilogramm radioaktiven Stoffes.
Das Amt für Atomsicherheit (ASN) hatte den Vorfall Anfang Oktober als Anomalie (Rang 1 auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse) eingestuft. Am Donnerstag wurde die Warnstufe auf Rang 2 (Zwischenfall) gesenkt. Die Aufsichtsbehörde ist vor allem darüber verärgert, dass die schon im Juli festgestellte überflüssige Plutoniummenge erst im Oktober gemeldet wurde.
Laut CEA hatte man zunächst abwarten wollen, "bis die umfassende Inventur des Materials" durchgeführt worden sei.
Durand teilte mit, dass das Kernforschungszentrum ab dem Jahr 1986 insgesamt 345 Tonnen gemischten Nuklearbrennstoff hergestellt hatte. Der radioaktive Staub, der sich allmählich in den abgedichteten Containern angesammelt habe, könnte zur Bildung von Plutonium geführt haben, so der Sprecher. Er äußerte sein Befremden über die Entscheidung der Atomaufsichtsbehörde ASN, die Demontage der Atomanlage auszusetzen, wo doch die zulässigen Strahlenwerte bei der Gefahrenstufe 2 nicht überstiegen werden.

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