
RIGA, 26. Oktober (RIA Novosti). Die Informationen der lettischen Medien über einen am Sonntagabend im Nordosten des Landes abgestürzten Himmelskörper hat sich als eine ziemlich dicke Ente entpuppt.
Das teilte der Leiter des Instituts für Astronomie der Lettischen Universität, Ilgonis Vilks, RIA Novosti am Montag mit.
Zuvor hatten Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden gemeldet, am Sonntagabend sei im Nordosten Lettlands, in der Nähe der Kleinstadt Mazsalaca, ein mysteriöser Himmelskörper abgestürzt.
An der Absturzstelle sei ein 20 Meter breiter und zehn Meter tiefer Trichter entstanden. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Lettland und Estland, zu der auch Ilgonis Vilks gehörte, ist am Montag in Mazsalaca eingetroffen, um die Information vor Ort zu prüfen.
Ausgehend von den in der Presse erschienenen Berichten äußerten die Experten die Vermutung, es handele sich um einen Meteoriten oder um Teile eines künstlichen Erdsatelliten. Manche Experten bezweifelten die ursprüngliche Version über einen Meteoritenfall.
Menschen aus ganz Lettland kamen inzwischen am Montag in die Umgebung der Ortschaft Mazsalaca, um den riesigen Trichter zu besichtigen, berichtete die lettische Zeitung "Telegraf" in ihrer Onlineausgabe. Laut den Berichten verkaufe die Grundstückbesitzerin Eintrittskarten für umgerechnet je zwei US-Dollar und nur Geheimdienstler haben freien Zutritt.
Wie Ilgonis Vilks am Montag mitteilte, ist der Trichter künstlich, anscheinend mit Spaten gegraben worden. Kein Meteorit bzw. kein Teil eines künstlichen Erdsatelliten sei entdeckt worden. "Diese ganze Geschichte hat sich als eine Ente erwiesen. Der 'Meteorit' ist eine Fälschung", sagte der Wissenschaftler.
Die Experten haben Proben für eine offizielle Bestätigung ihrer Schlüsse entnommen.
Die Zeitung "Telegraf" hatte zuvor den Geologen Dainis Ozols zitiert, der sagte, es handele sich offenbar um eine Mystifikation. Der Trichter sei von Menschen gegraben worden, man habe dort ein Gemisch aus Schwefel und Salpeter angezündet.
Die Katastrophenschutz-Sprecherin Inga Vetere hatte zuvor RIA Novosti mitgeteilt, dort sei möglicherweise ein Bruchstück eines Satelliten niedergegangen.