RIA Novosti

Täuschung von Meteoriteneinschlag in Lettland von langer Hand vorbereitet

13:30 28/10/2009

Der lettische Mobilfunkanbieter TELE2 hat einen Monat lang an der Inszenierung des Meteoriteneinschlages, der sich dieses Wochenende in der lettischen Provinz ereignet haben sollte, gearbeitet.

RIGA, 28. Oktober (RIA Novosti). Der lettische Mobilfunkanbieter TELE2 hat einen Monat lang an der Inszenierung des Meteoriteneinschlages, der sich dieses Wochenende in der lettischen Provinz ereignet haben sollte, gearbeitet.

Das hat Janis Spogis, der Marketing-Chef von "Tele2", der staatlichen Zeitung "Chas" gesagt.

Meldungen über den angeblich auf einem Feld in der lettischen Provinz eingeschlagenen Meteoriten wurde zur Hauptnachricht dieser Tage sowohl in der nationalen als auch in der internationalen Presse.

Im Internet tauchten Videoaufnahmen auf, auf denen ein Krater mit etwa 20 Metern Durchmesser und 10 Metern Tiefe zu sehen war. Polizisten, Feuerwehrleute, bewaffnete Kräfte, Wissenschaftler aus Lettland und Estland sind umgehend vor Ort gewesen.

Danach stellten die Fachleute fest, dass der Meteoriteneinschlag eine Fälschung sei und der Krater von Menschen ausgehoben worden sei.

Nachdem die Innenministerin Lettlands Linda Murniece im Gespräch mit RIA Novosti sagte, dass die Organisatoren für diesen Scherz büßen werden, gestand die Leitung des Mobilfunkes TELE2, dass die Inszenierung ihre PR-Aktion war.

Laut Spogis bereitete die Aktion ein kleines Team vor, ansonsten wäre es kompliziert gewesen, alles geheim zu halten. "Wir haben selbst alles ausgedacht, den Ort ausgewählt, die Grube gegraben... Mit dem Spaten die Grube zu graben, war ehrlich gesagt keine leichte Sache", wurden die Worte von Spogis von der Zeitung "Chas" zitiert.

Spogis zufolge wurde ganz bewußt ein von der Haupstadt entfernter Ort ausgesucht, damit mehr Leute daran glauben und dahin strömen, um alles mit eigenen Augen zu sehen.

TELE2 hatte laut Spogis ein ganz einfaches Ziel mit diesem "Kosmos-Projekt" verfolgt: die Organisatoren wollten, dass sich die Menschen wenigstens für einen Tag wieder daran erinnern, dass im Leben viel Lustiges und Unerwartetes passiert.

"Natürlich erwies sich die Geschichte mit dem Meteoriten nicht nur als amüsant. Einige Menschen haben es uns übel genommen, wie ein Kind es übel nimmt, das an das Märchen von Santa Claus glaubt und plötzlich in ihm seinen eigenen Vater erkennt. Wir entschuldigen uns bei allen aufrichtig dafür", sagte Spogis.

Die Innenministerin nannte die Inszenierung des Meteoriteneinschlages "einen zynischen Scherz". Und das Innenministerium beschloß am Dienstag den Vertrag mit TELE2 zu lösen. Der Mobilfunkanbieter versprach, dem Staat den Schaden von umgerechnet 26000 Dollar zu ersetzen.

 

© 2010 RIA Novosti