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Grippe-Epidemie in Ukraine: WHO-Mission prüft die Situation vor Ort

17:19 02/11/2009

KIEW, 02. November (RIA Novosti). Am Montag will eine Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ukraine wegen der Situation mit der A/H1N1-Grippe-Epidemie besuchen. Das ukrainische Außenministerium hat zahlreiche Länder und internationale Organisationen um Hilfe mit Beratung, Medikamenten und Ausrüstungen ersucht.

Wie der Außenminister Pjotr Poroschenko bei einer Schaltungskonferenz am Montag mitteilte, wird die Delegation westukrainische Gebiete besuchen.

Die Grippe-Epidemie in der Westukraine hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Das Gesundheitsministerium des Landes berichtete am Montag von 191 431 Angesteckten an einer akuten Influenza, darunter 60 Todesopfern (einschließlich drei Kinder).

Bei elf Toten und 14 Angesteckten wurde die neue A/H1N1-Grippe laboratorisch bestätigt.

In der Nacht zum Montag landete im Kiewer Flughafen Borispol ein Flugzeug aus der Schweiz mit Arzneien gegen die neue Grippe an Bord, das von der ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko, der Leiterin des Präsidentensekretariats Vera Uljatschenko und dem Außenminister Pjotr Poroschenko persönlich empfangen wurde.

Am Donnerstag erklärte das Gesundheitsministerium, im Lande beginne eine Epidemie der hochpathogenen A/H1N1-Grippe. Zu diesem Schluss seien die Experten in einer Beratung am Donnerstag in Ternopol gekommen.

In neun westukrainischen Gebieten wurde Quarantäne eingeführt. Alle Massenveranstaltungen wurden landesweit verboten, in den Schulen und Hochschulen die Ferien auf eine unbestimmte Zeit verlängert.

In der ukrainischen Hauptstadt sind dem Hygienechefarzt von Kiew zufolge 16 763 Grippekranke registriert, das ist um 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach seinen Worten dauert eine Grippeepidemie gewöhnlich im Durchschnitt drei bis vier Wochen.

Präsident Viktor Juschtschenko appellierte am Sonntag in einem Schreiben an die Regierungschefs einiger Länder, den Präsidenten der EU-Kommission und den UN-Generalsekretär, der Ukraine Hilfe bei der Bekämpfung der gefährlichen Infektionskrankheit zu erweisen. Das Dokument ist am 1. November auf der Webseite des Präsidenten veröffentlicht worden.

Juschtschenko wandte sich "an die nächsten Freunde und strategischen Partner", unter denen auch Russland und die USA genannt sind, und bezeichnete die Influenza als "Bedrohung der nationalen Sicherheit der Ukraine". Dem Brief wurde eine Liste mit den notwendigen Präparaten und medizinischen Ausrüstungen beigelegt.

Die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Russland und Polen haben der Ukraine ihre Hilfe bereits angeboten.

Pjotr Poroschenko zufolge haben insgesamt zwölf Länder die Bereitschaft erklärt, der Ukraine zu helfen. 16 indische Produzenten sind bereit, kostenlos Medikamente zur Verfügung zu stellen. Viele Länder wollen Ärzte in die Ukraine schicken.

 

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