Panorama
Grippe-Epidemie in Ukraine: Jeder nennt andere Zahlen
KIEW, 02. November (RIA Novosti). In der Ukraine haben sich in den letzten Tagen 250 000 Bürger Atemwegsinfektionen und Virusgrippe zugezogen. Nach den jüngsten Angaben sind 15 000 Patienten in Krankenhäuser eingeliefert, 170 davon befinden sich in Intensivstationen, es gibt 67 Tote. 22 Ansteckungsfälle der A/H1N1-Grippe, oder Schweinegrippe, darunter ein Todesfall, sind laboratorisch bestätigt worden.
Das teilte der Vizeminister für Gesundheitswesen der Ukraine, Wassili Losorischinez, auf einer kurzen Pressekonferenz zu der Grippe-Epidemie am Montag mit.
Früher wurde von elf, dann von 22 Todesopfern der Schweinegrippe berichtet.
Die Informationen über die Grippe-Epidemie in der Ukraine sind überhaupt sehr widersprüchlich.
So teilte der erste Vizepremier Alexander Turtschinow am Montag mit, dass es in der Ukraine 191 000 Grippekranken gebe, 7 500 davon seien in Krankenhäuser eingeliefert.
In einer Regierungsberatung mit Pharmaproduzenten sagte die Regierungschefin Julia Timoschenko am Montag, in der Ukraine seien 14 Erkrankungsfälle an der neuen A/H1N1-Grippe bestätigt worden.
Die Zahl der durch die Grippe-Viren Infizierten und der Todesopfer ist der Premierministerin zufolge in diesem Jahr geringer als in den vorangegangenen Jahren. (Der Hygienechefarzt von Kiew sprach davon, dass in der ukrainischen Hauptstadt um 20 Prozent mehr Grippekranke als im Vorjahr registriert worden seien.)
Timoschenko betonte in einer Regierungssitzung, dass sich das Kabinett diesmal zu der Epidemie-Situation "verantwortungsvoller" verhält. "Wir möchten das Leben und die Gesundheit der Menschen schützen", sagte sie.
Zugleich würde die Regierung nach ihren Worten sowohl gegen die Grippe-Epidemie als auch gegen die Panik unter den Menschen kämpfen.
Am Donnerstag erklärte das Gesundheitsministerium, im Lande beginne eine Epidemie der hochpathogenen A/H1N1-Grippe. Zu diesem Schluss seien die Experten in einer Beratung am Donnerstag in Ternopol gekommen.
In neun westukrainischen Gebieten wurde Quarantäne eingeführt. Alle Massenveranstaltungen wurden landesweit verboten, in den Schulen und Hochschulen die Ferien auf eine unbestimmte Zeit verlängert.
Am Montag besucht eine Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Westgebiete der Ukraine wegen der Situation mit der A/H1N1-Grippe-Epidemie.

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