Panorama
Vor 15 Jahren begann der erste Tschetschenien-Krieg
MOSKAU, 11. Dezember (RIA Novosti). Heute vor 15 Jahren haben die Föderalen Truppen auf Befehl des damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin die Verwaltungsgrenze zu Tschetschenien überschritten. Der erste Tschetschenien-Krieg begann.
Das Ziel des Felduzuges war es, die verfassungsmäßige Ordnung in der Kaukasus-Republik wieder herzustellen, die drei Jahre davor einseitig ihre Unabhängigkeit und die islamische Republik Itschkeria ausgerufen hatte, worauf es zu einem Massenexodus der nicht-tschetschenischen Bevölkerung kam. Von 1991 bis 1994 baute Tschetschenien unter Präsident Dschochar Dudajew eine eigene Armee auf, der zahlreiche sowjetische Waffen und Panzertechnik zur Verfügung standen.
Am 9. Dezember 1994 erließ Jelzin einen Erlass zur „Unterbindung der ungesetzlichen bewaffneten Formationen“ in Tschetschenien. Zwei Tage später rückten Truppen in die Region vor. Der damalige russische Verteidigungsminister Pawel Gratschow verkündete, dass mit einem Bataillon Fallschirmjäger Tschetschenien in zwei Wochen geschlagen werden würde. In der Tat konnte die tschetschenische Hauptstadt Gronsy erst nach monatelangen Kämpfen eingenommen werden. Die tschetschenischen Separatisten zogen sich in die Berge im Süden des Landes zurück, von wo aus sie bis Mitte 1996 einen Guerillakrieg führten.
Im August 1996 unterzeichneten der damalige Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Alexander Lebed, und der Stabschef der tschetschenischen Separatisten, Aslan Maschadow, in Chassawjurt einen Friedensvertrag, worauf hin die föderalen Truppen aus der Republik abgezogen wurden. Das passierte einen Monat nach der Präsidentenwahl in Russland, bei der Amtsinhaber Boris Jelzin nur mit einem knappen Vorsprung vor dem Kommunistenschef Gennadi Sjuganow wiedergewählt wurde.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden im ersten Tschetschenien-Krieg 4103 Soldaten getötet und 19 794 weitere verletzt. 1906 Armeeangehörige gelten als vermisst.
Nach dem Friedensvertrag von Chassawjurt wurde Tschetschenien de facto unabhängig. Das führte dazu, dass die intensiv aus dem Ausland unterstützten Islamisten-Clans und Warlords die Macht an sich rissen. In der Republik wurde die Scharia eingeführt. Bis zum Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges im Herbst 1999 verwandelte sich Tschetschenien in ein Rückzugsgebiet der Wahhabiten und für Kriminelle aus der gesamten GUS.
Fotoreihe: Ende der 10-jährigen Antiterror-Operation in Tschetschenien

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