Panorama
Kidnapping: US-Missionare kommen wegen Entführung haitianischer Kinder vor Gericht
Thema: Erdbebenkatastrophe auf Haiti
MOSKAU, 05. Februar (RIA Novosti). Ein haitianisches Gericht hat am Donnerstag zehn US-amerikanische Missionare wegen Kidnapping und der Organisation einer kriminellen Gemeinschaft zum illegalen Ausschleusen von Kindern aus Haiti offiziell angeklagt, meldet die Agentur Reuters am Freitag.
Zehn Mitglieder der im US-Bundesstaat Idaho ansässigen Baptistengemeinde waren in der vorigen Woche bei dem Versuch verhaftet worden, 33 Kinder in einem Lastkraftwagen über die haitianisch-dominikanische Grenze zu bringen. Die Missionare hatten behauptet, dass die Kinder beim Erdbeben im Januar auf Haiti ihre Eltern verloren hätten.
Nach dem Verlesen der Anklageschrift hat der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Haiti, Jean Ferge Joseph, mitgeteilt, dass der Fall an den Untersuchungsrichter geleitet worden sei.
„Der Richter kann Sie entlassen oder aber bis zur weiteren Ermittlung in Haft belassen“, sagte Joseph den Angeklagten.
Den Missionaren, die ihre Schuld abstreiten, drohen bis zu neun Jahre Freiheitsentzug.
Laut dem Sprecher der Baptistengemeinde in der Stadt Meridian hatten sich die Missionare auf Haiti mit einer Gruppe aufgehalten, die beim Erdbeben verwaisten Kindern hilft.
Nach dem Erdbeben auf Haiti wurden im Land neue Adoptionsregeln eingeführt, denen zufolge die Ausreise von verwaisten Kindern nur mit Genehmigung des Premiers des Landes, Jean-Max Bellerive, erfolgen darf. Mit dieser Maßnahme soll bei dem im Land herrschenden Chaos ein illegales Ausschleusen von Kindern verhindert werden.
Laut den Behörden könnten Tausende von Kindern durch das Erdbeben vom 12. Januar von ihren Eltern getrennt worden oder aber verwaist sein.

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