Panorama
Ganze Polizeieinheit wegen Korruptionsverdacht festgenommen - MEHR
MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Im südrussischen Gebiet Astrachan am Kaspischen Meer sind 19 Beamte der Verkehrspolizei GIBDD wegen Korruptionsverdacht festgenommen worden.
Nach Erkenntnissen der Untersuchungsbehörden hatten die Verdächtigen seit drei Jahren Schmiergeld von Autofahrern erpresst und unter sich aufgeteilt. Wie es hieß, mussten sie einen Teil der Beute an ihren Kommandeur Arkadi Kirsanow abführen. Nach Ermittlungsangaben betrug Kirsanows illegales Einkommen bis zu 150.000 Rubel (3.600 Euro) im Monat.
Festgenommen wurde die gesamte Dienstschicht an drei Polizeiposten. Alle Polizisten seien auf frischer Tat - bei der Entgegennahme von Schmiergeld - ertappt worden, hieß es. Die Festnahmen erfolgten am vergangenen Samstag nach zahlreichen Beschwerden von Autofahrern. Gegen die Verdächtigten wird wegen Korruption ermittelt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zwölf Jahre Haft.
Das Departement für die Sicherheit des Straßenverkehrs beim russischen Innenministerium verweigerte jede Stellungnahme zu dem Vorfall.
Allerdings bezeichnen Experten die Razzia als exemplarischen Einzelfall, der nicht zu einer systematischen Bekämpfung der Korruption führen werde. Laut dem populären Autoexperten und Radiomoderator Juri Gejko ist die gesamte Verkehrspolizei „so durchfault, dass fast alle sich gerne bestechen lassen“.
Auch Viktor Trawin, Leiter einer Autofahrer-Rechtsschutzorganisation, glaubt nicht, dass der Korruption einmal ein Ende gesetzt wird: Praktisch bei allen GIBDD-Einheiten gäbe es solche Korruptionsmechanismen.

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