Panorama
Bürgermeister Luschkow will Moskau mit Stalin-Bildern schmücken
MOSKAU, 02. März (RIA Novosti). Moskau soll zum bevorstehenden Jubiläum des Sieges im Zweiten Weltkrieg mit Portraits des damaligen Staatschefs Josef Stalin geschmückt werden. Die umstrittene Idee von Oberbürgermeister Juri Luschkow stößt auf den Widerstand der Bürgerrechtler.
Stalin-Bilder werden in verschiedenen Stadtteilen nicht nur beim 65. Jahrestag des Sieges, sondern auch bei weiteren Festlichkeiten ausgehängt werden, kündigte Luschkow am Dienstag an.
Die Werbetafeln sollen über die Rolle des Diktators als Oberster Truppenbefehlshaber im Krieg gegen Deutschland informieren. „Ich bin kein Stalin-Verehrer, doch ein Verehrer der objektiven Geschichte“, sagte der Bürgermeister. „Uns empört, wenn Denkmäler abgetragen werden.“ Russland dürfe keine wichtigen Persönlichkeiten aus seiner Geschichte streichen.
Die Menschenrechtler haben Luschkows Pläne scharf kritisiert und mit Demonstrationen gedroht. „Eine solche ‚Verewigung' ist für alle Völker der Sowjetunion beleidigend", sagte Historiker Jan Ratschinski von der Menschenrechtsorganisation „Memorial". Laut „Memorial"-Chef Arsseni Roginski sollten die Stalin gewidmeten Informationsstände auch über die zahlreichen Opfer und die grausamen Repressalien des Sowjetdiktators informieren.
„In Deutschland werden doch nicht Hitlers Portraits ausgehängt, obwohl er der Oberbefehlshaber der Wehrmacht war. Warum sollten wir das tun?" empörte sich die Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa. „Mein Vater, der im Krieg gefallen ist, hat den Sieg geholt. Er, aber nicht Stalin."
Luschkow warf den Medien vor, die Pläne der Stadtverwaltung falsch dargestellt und den Eindruck geschaffen zu haben, dass die ganze Stadt mit großen Stalin-Portraits vollgehängt werden solle. Der Leiter des für Straßenwerbung zuständigen Komitees Moskaus, Wladimir Makarow, teilte mit, dass in der ganzen Stadt nur zehn Stalin-Poster mit den Abmessungen 1 x 1,5 Meter ausgehängt werden sollen.

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