
MOSKAU, 22. Juli (RIA Novosti). Die Hälfte der Russen spielt Schach (49 Prozent), die Hälfte dieser Hälfte kann sich jedoch kaum entsinnen, wann sie das letzte Mal die Schachfiguren in die Hand genommen hat.
Das hat eine in diesem Monat durchgeführte Meinungsforschung ergeben.
Den Großteil der Anhänger dieses „Spiels der Könige“ bilden Bürger mit Hochschulbildung (58 Prozent), unter den Personen ohne Hochschulbildung sind es nur 36 Prozent. Unter den wohlhabenden Menschen gibt es mehr Schachspieler (53 Prozent) als unter den sozial Schwachen (43 Prozent). Schach ist bei den Einwohnern beider russischer Metropolen Moskau und Sankt Petersburg mehr beliebt (56 Prozent) als bei den Dorfbewohnern (45 Prozent).
Doch gestehen die Russen, die Schachspielen können, dass sie heute so gut wie nicht spielen. 53 Prozent der Befragten konnten sich nicht genau erinnern, wann sie sich das letzte Mal an das Schachbrett gesetzt haben, 40 Prozent tun es nur sehr selten (einige Male im Jahr).
Nur sieben Prozent der Befragten, die Schach spielen können, tun es auch regelmäßig. Das sind vor allem die Einwohner des Nordkaukasus (15 Prozent), der Kleinstädte (elf Prozent) und Menschen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren (zehn Prozent).
Ältere Leute (63 Prozent), Dorfeinwohner (59 Prozent) und Einwohner mittelgroßer Städte (60 Prozent) haben das Schachspiel so gut wie aufgegeben.
Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) begrüßen die Idee, dem Nachwuchs in der Familie die Kunst des Schachspiels beizubringen. Bei weiteren zwölf Prozent haben die Kinder und Enkelkindern das Schachspiel bereits erlernt. Nur zehn Prozent der Befragten halten es nicht für nötig, dass die Jugendlichen Schach spielen lernen.
Schachspielen fördert nach Meinung der Befragten Aufmerksamkeit und Ausdauer (24 Prozent der Befragten), zehn Prozent meinen, dass die Schach Spielenden Respekt in der Gesellschaft genießen. Einige Befragte meinen sogar, dass diese Kunst den Menschen zum Erfolg verhilft und es ihnen erleichtert, schlechte Gewohnheiten abzulegen (je zwei Prozent).
Im Gegenteil denken manche Leute, dass die Schachspieler wenig kontaktfreudig (sechs Prozent) und langweilig sind (vier Prozent).
Unter den berühmten Schachspielern werden nicht nur die Bewerber um den WM-Titel der letzten zehn Jahre Viswanathan Anand (ein Prozent) und Wladimir Kramnik (zwei Prozent), sondern auch die lebenden Schach-Legenden Anatoli Karpow und Garri Kasparow (je drei Prozent) genannt, die ihre Schachkarriere Anfang der 2000er Jahre praktisch abgeschlossen haben.
Die Umfrage wurde vom Russischen Meinungsforschungszentrum WZIOM am 17. und 18. Juli 2010 unter 1 600 Einwohnern in 140 Orten von 42 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands durchgeführt. Der statistische Fehler liegt bei höchstens 3,4 Prozent.