
MOSKAU, 28. Juli (RIA Novosti). Nach dem Verwirrspiel um die angebliche Entführung eines russischen Mi-8-Hubschraubers in Darfur prüfen Diplomaten nun Medienberichte über das Verschwinden eines Piloten.
„Uns liegen diese Berichte vor, wir überprüfen sie“, sagte Juri Widakas von Russlands diplomatischer Vertretung in Khartum am Mittwoch RIA Novosti.
„Das einzige Problem: ein Besatzungsmitglied wird vermisst. Wir wissen bislang nicht, was mit ihm passiert ist“, sagte Kemal Saiki, Sprecher der UN-Friedensmission in Darfur, am Dienstagabend. Eine Suchaktion habe begonnen.
Nach Angaben des russischen Außenministeriums hatten am Montag die Rebellen in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur einen Mi-8-Hubschrauber der russischen Fluggesellschaft UTair entführt. Ein UN-Sprecher sagte jedoch am Dienstag, es habe keine Kaperung gegeben: Der Helikopter sei nur wegen einer Kontrolle durch örtliche Behörden mit einer mehrstündigen Verspätung an seinen Standort zurückgekehrt. Dass der Hubschrauber mittlerweile sicher zurück ist, bestätigte am Dienstagabend auch die Fluggesellschaft.
UTair ist im Auftrag der Vereinten Nationen im Sudan tätig und bedient die Friedensmission der UN und der Afrikanischen Union in dem nordostafrikanischen Land (UNAMID).
Der Bürgerkrieg in Darfur dauert seit Februar 2003 an. Inzwischen sind nach UN-Angaben rund 300 000 Menschen getötet worden. Mehr als zweieinhalb Millionen wurden zu Flüchtlingen.