
MOSKAU, 29. Juli (RIA Novosti). Nach dem mysteriösen Tankerunfall in der Straße von Hormus geht das Rätselraten über die Ursachen weiter. Nach den jüngsten Vermutungen könnte das Schiff durch eine Seemine oder eine Kollision mit einem U-Boot beschädigt worden sein.
Das japanische Tankschiff M.Star war in der Nacht zum Mittwoch unter ungeklärten Umständen beschädigt worden, als es mit 270.000 Tonnen Erdöl und 31 Besatzungsmitgliedern an Bord nach Japan unterwegs war. Die Besatzung berichtete zunächst von einer Explosion und mutmaßte einen Anschlag. Spezialisten des emiratischen Hafens al-Fujayrah gaben nach der Untersuchung der Schäden Entwarnung: Das 333 m lange Schiff sei wahrscheinlich von einer gigantischen Welle erfasst worden.
Der Kapitän, Mousa Mourad, vermutet nun, dass sein Schiff mit einem U-Boot zusammengestoßen oder auf eine Mine gefahren war, berichtet die Agentur Reuters am Donnerstag. "Es ist wahrscheinlich, dass es zu einem Zusammenstoß mit einem U-Boot oder einer Seemine gekommen ist", sagte der Kapitän. Die genaue Ursache der Schäden sei aber noch nicht geklärt.
Auch die betroffene Reederei Mitsui O.S.K. Lines glaubt nicht an eine Flutwelle. Das sei kaum zu glauben, weil die kaputt gegangenen Türen trocken gewesen seien, sagte Mitsui-Topmanager Masahiko Hibino. An Bord habe es keine Gegenstände gegeben, die eine Explosion verursachen konnten, so Hibino weiter. Die Reederei schließt nicht aus, dass der Tanker mit einer Panzerfaust beschossen worden war.
Die iranische Bebenwarte hatte am Donnerstag von einem Erdbeben der Stärke 3,4 nahe der Stadt Bender-Abbas berichtet, das sich zeitgleich mit dem Tankerunfall ereignet hatte und die Flutwelle ausgelöst haben könnte.