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Gläubige in Russland und Deutschland gegen Nominierung von Pussy Riot für Martin-Luther-Preis
Thema: Gerichtsprozess gegen Pussy Riot
Gläubige in Russland und Deutschland gegen Nominierung von Pussy Riot für Martin-Luther-Preis
© Photo Wyatscheslav KasyanovGläubige in Russland und Deutschland gegen Nominierung von Pussy Riot für Martin-Luther-Preis
© RIA Novosti. Andrej SteninMOSKAU, 12. Oktober (RIA Novosti).
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Russische Protestanten teilen die Besorgnis von Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Zusammenhang mit der Nominierung der russischen Skandal-Punkband Pussy Riot für den Martin-Luther-Preis.
Das bringe sowohl den Namen Martin Luthers als auch den Preis selbst in Misskredit, hieß es am Freitag in Moskau. Zuvor hatten deutsche Medien berichtet, dass EKD-Vertreter gegen die Nominierung der Pussy-Riot-Frauen, die wegen Rowdytums in der Moskauer Erlöserkathedrale zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt wurden, für den Lutherpreis. Trotz Kritik beharrt die Stadt Wittenberg auf der Ehrung der Punkband. Der Vorschlag sei demokratisch und formal korrekt zustande gekommen, sagte der Oberbürgermeister von Wittenberg, Eckhard Naumann.
Im vergangenen Juni hatte die Stadtverwaltung mit fünf Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen dafür plädiert, den Musikerinnen, die im Februar in Russlands wichtigster Kathedrale einen Anti-Putin-Protest vorgetragen hatten, dafür den Preis „Das unerschrockene Wort“ zu verleihen.
Bischof Martin Schindehütte, Leiter der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der Union Evangelischer Kirchen, zeigte sich besorgt über die Entscheidung der Stadtbehörden von Wittenberg. Die Nominierung zeuge davon, dass Luthers Ansichten falsch verstanden würden, schrieb der hohe geistliche Würdenträger dem Leiter des Auswärtigen Amtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Ilarion, nach Angaben dessen Pressedienstes.
Der russische Bischof Konstantin Bendas hofft darauf, dass es in Deutschland genug gesunde christliche Kräfte gibt, die die schändliche Nominierung kippen würden. "Luther war davon überzeugt, dass das Leben eines Menschen, eines Christen, eines Predigers und eines Hirten im Einklang mit der Heiligen Schrift stehen sollte… Russische Protestanten sind durch ihren Konservatismus in Bezug auf evangelische Doktrinen und die Lebensweise bekannt. Deshalb ist unsere Position unerschütterlich: Die Mitglieder dieser Band dürfen keinen Preis erhalten", betonte Bendas.
Der Preis "Das unerschrockene Wort" war von 16 deutschen Städten, wo Luther gelebt und gewirkt hatte, vor 15 Jahren gestiftet worden. Der Preis wird für den Mut bei der Verteidigung der bürgerlichen Position alle zwei Jahre verliehen. 2012 gibt es etwas mehr als 30 Nominanten.

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