RIA Novosti

Russisch: Ukraine weist Vorwürfe der Diskriminierung von sich

21:10 29/09/2006

KIEW, 29. September (RIA Novosti). Das ukrainische Außenministerium hat die Vorwürfe vom russischen Außenministerium über eine Diskriminierung der russischen Sprache zurückgewiesen.

"Wir halten die für gewöhnlich unbegründeten Beschuldigungen des russischen Außenministeriums für destruktiv und bitten Russland, die Sprache nicht mehr als Instrument für den Einfluss in die Innenpolitik zu nutzen", hieß es in einer Erklärung vom Pressedienst des ukrainischen Außenministeriums, die am Freitag RIA Novosti zugestellt wurde.

"Wir weisen die Beschuldigungen der Machtorgane und Stadtgremien wegen angeblicher Verdrängung der russischen Sprache aus dem öffentlichen Leben zurück", hieß es in der Erklärung.

Es wurde auch betont, dass die Frage der russischen Sprache in der Ukraine nicht auf der Tagesordnung der ukrainisch-russischen Beziehungen stehe.

Am Mittwoch hatte das russische Außenministerium ein Kommentar verbreitet, in dem es hieß, dass "die Diskriminierung der russischen Sprache in der Ukraine nicht mehr ignoriert oder verharmlost werden darf".

"Die Unterdrücker der russischen Sprache in der Ukraine müssen endlich verstehen, dass die Zweisprachigkeit in der Ukraine eine historische Gegebenheit und die Ausmerzung der russischen Sprache mit solchen Methoden kontraproduktiv ist", hieß es in dem Kommentar.

Ein Sprecher des russischen Außenministeriums erläuterte, dass vor allem die Stadtbehörden einiger westukrainischen Regionen der russischen Sprache zu schaffen machten. Das gespannte Verhältnis gegenüber der russischen Sprache sei hier nicht nur in den Ämtern, sondern auch im Alltag zu spüren.

Vor allem die Behörden von Iwano-Frankowsk seien hier besonders fortgeschritten, hieß es im Kommentar.

Nach einer Verordnung der Stadtbehörden sei es ab nun verboten, in allen Bildungseinrichtungen Russisch zu sprechen, Massenveranstaltungen in russischer Sprache durchzuführen und russischsprachige Plakate auf öffentlichen Plätzen aufzuhängen. Auch eine Überwachung über Buchhändler und Verkäufer von russischsprachigen Zeitungen ist angeordnet worden. Ein Ausschuss für Sprachkontrolle, praktisch eine sprachliche Inquisition, soll die Einhaltung dieser Regeln beachten.

"Auch Jugend-, Frauen-, und sogar Kinderorganisationen sollen sich unter der Schirmherrschaft der städtischen Gremien mit dieser Kontrolle befassen. Die Proteste der russischen Gemeinde und der russischen Muttersprachler wurden ignoriert. Auch der Gang zu gerichtlichen und zentralen Instanzen brachte keinen Erfolg", hieß es im Kommentar.

"Diese Beispiele zeugen unwidersprüchlich davon, dass die Diskriminierung der russischen Sprache in der Ukraine weitergeht", hieß es in dem Kommentar des russischen Außenministeriums.

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