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Spekulation um Start-1 - Topol-M-Raketen erhalten Mehrfachgefechtsköpfe - "Wedomosti"

14:27 | 19/ 12/ 2006

MOSKAU, 19. Dezember (RIA Novosti). Die interkontinentalen ballistischen Raketen vom Typ Topol-M werden demnächst mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestattet.

Wie Nikolai Solowzow, Oberbefehlshaber der strategischen Raketentruppen Russlands, Ende vergangener Woche mitteilte, wird eine Rakete drei bis sieben nukleare Gefechtsköpfe tragen.

Die Tageszeitung "Wedomosti" zitiert am Dienstag eine Quelle im Verteidigungsministerium, laut der Präsident Wladimir Putin ein neues staatliches Rüstungsprogramm bis zum Jahr 2015 gebilligt hat. Gemäß diesem Programm sollen 69 Topol-M-Raketen gekauft werden.

Die Ausstattung der Topol-M-Raketen mit Mehrfachgefechtsköpfen gilt als ein überaus wichtiger Weg zur Aufrechterhaltung des Nuklearpotentials. Iwan Safrantschuk, Experte des Instituts für Globale Sicherheit, stellt in diesem Zusammenhang fest, dass in den nächsten Jahren rund 200 Raketen vom Typ RS-12 "Topol" und bis zum Jahr 2015 auch die Raketen des Typs RS-20 und RS-18 ausdienen werden. Bis dahin wird die Anzahl der Raketen im Bestand der strategischen Raketentruppen Russlands von den heutigen 500 mindestens auf ein Drittel reduziert, während die Anzahl der Gefechtsköpfe nur geringfügig zurückgehen würde.

Zugleich verweisen Experten auf die jüngste Ankündigung des britischen Premiers Tony Blair, Großbritannien wolle demnächst mit dem Bau eines neuen Atom-U-Boots mit ballistischen Raketen beginnen. Laut Expertenprognosen wird der Start-1-Vertag, der die Stationierung neuer interkontinentaler Raketen mit Mehrfachgefechtsköpfen verbietet, nach 2009 nicht mehr verlängert. Damit werden Russland und die USA keinen Mechanismus für die gegenseitige Kontrolle über die strategischen Kernwaffen mehr haben.

Pawel Podwig, Experte der Stanford-Universität, ist indessen der Auffassung, dass die russischen Raketenstreitkräfte weiterhin die Möglichkeit haben werden, einen Gegenschlag zu führen, selbst wenn die amerikanische strategische Nuklearkraft mehrfach größer sein sollte. Insofern kann man nicht von einer radikalen Bedrohung für Russlands Sicherheit infolge einer Reduzierung der strategischen Raketenstreitkräfte sprechen.


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