Ausland
Trotz UN-Resolution: Iran installiert weitere Zentrifugen für Urananreicherung
„Wir wollen selbstständig Kernbrennstoff produzieren und brauchen hierfür mehr als 3 000 Zentrifugen für Urananreicherung“, erklärte der iranische Regierungssprecher Gholam-Hussein Elham am Montag vor Journalisten. Um seinen Energiebedarf zu decken, müsse der Iran 10 000 MW Kernenergie erzeugen.
„Die atomaren Aktivitäten der Islamischen Republik erfolgen unter Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO)“, erklärte der Sprecher weiter. „Wir nähern uns unserem Ziel (industriemäßige Produktion von Kernbrennstoff) und werden beliebige Hindernisse überwinden, die sie (der Westen) uns in den Weg legen werden“, betonte er.
Iran besteht auf seinem Recht, über den vollständigen Kernbrennstoffkreislauf einschließlich Urananreicherung verfügen zu dürfen. Die Weltgemeinschaft befürchtet, dass Teheran sein Atomprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen nutzen könne. Die so genannte Sechser-Gruppe (die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland) fordert den Iran zur Einstellung sämtlicher Urananreicherungsaktivitäten auf.
Mitte April hatte Teheran amtlich bekannt gegeben, dass die Spezialisten in Natanz Uran bis zu einem Grad von 3,5 Prozent Anteile des Isotops U-235 anreichern konnten. Dieses niedrig angereicherte Uran sei für die Produktion von Brennstoff für Atomkraftwerke notwendig.
Einen Monat später erklärte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamreza Aghazadeh, den iranischen Atomforschern sei es gelungen, Uran auf einen 4,8-prozentigen Gehalt des Isotops Uran-235 anzureichern.
Der Iran plant zum 20. März dieses Jahres 3 000 Uran-Anreicherungszentrifugen zu bauen. Künftig sollen insgesamt 60 000 Zentrifugen für Urananreicherung in Betrieb gesetzt werden, kündigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad an. Gegenwärtig sind in der iranischen Nuklearanlage Natanz insgesamt 328 Zentrifugen in Betrieb.
Am 23. Dezember 2007 hatte der Weltsicherheitsrat einhellig für eine Iran-Resolution gestimmt, die Sanktionen gegen militärische Atomprogramme vorsieht. Die Sanktionen zielen auf Tätigkeiten ab, die mit der Urananreicherung, dem chemischen Reprocessing, Schwerwasser-Projekten und mit der Produktion von Kernwaffenträgern zusammenhängen. Iran kritisierte die Resolution und drohte, seine Beziehungen mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zu revidieren.
Am 23. Februar 2007 soll die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) dem UN-Sicherheitsrat einen Bericht zum „iranischen Atomdossier“ vorlegen.

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