RIA Novosti

Kosovo-Status: Serbien warnt vor einem Groß-Albanien

19:43 13/02/2007

Serbien sei bereit, Kosovo weitreichende Autonomierechte einzuräumen, allerdings ohne UNO-Mitgliedschaft und eigene Armee.

MOSKAU, 13. Februar (RIA Novosti). Serbien sei bereit, Kosovo weitreichende Autonomierechte einzuräumen, allerdings ohne UNO-Mitgliedschaft und eigene Armee.

Das sagte Elica Kurjak, serbische Geschäftsträgerin in der Russischen Föderation, auf einer RIA-Novosti-Pressekonferenz.

„In die inneren Angelegenheiten Kosovos könnte sich Serbien raushalten“, sagte sie.

Gleichzeitig bemerkte die serbische Diplomatin, dass Europa keine Vorstellung über die Konsequenzen der Unabhängigkeit des Kosovo habe, was letzlich zu der Entstehung eines albanischen Staates beitrage.

„Ein albanischer Staat ist unkontrollierbar, er lebt nach seinen eigenen Regeln“, sagte sie.

Kurjak wies darauf hin, dass die Albaner gegenwärtig in fünf Ländern vertreten sind: Serbien, Mazedonien, Griechenland, Albanien und Montenegro. „Sie sind schon überall zerstreut. Will Europa einen einheitlichen albanischen Staat in allen diesen Ländern aufbauen? Oder will Europa zuschauen, wie sich die Albaner in 15 bis 20 Jahren zu einem großen Staat vereinigen? Das ist eine mögliche Konsequenz (der heutigen Lage)“, sagte sie.

Die Diplomatin bemerkte, dass Serbien weder ein Bundesstaat noch eine Konföderation, sondern ein einheitlicher Staat sei. „Wenn Kosovo unabhängig wird, fällt keine Föderation oder Konföderation auseinander. Ein Stück unseres Landes wird uns abgerungen“, betonte Kurjak.

Sie drückte die Meinung aus, dass die internationale Gemeinschaft das Problem der Flüchtlinge verschweigt und in keiner Weise lösen wolle.

„Das ist eine erstrangige Pflicht der internationalen Gemeinschaft. Sie (die Flüchtlinge) leben heute in Serbien ohne Arbeit und annehmbare Lebensbedingungen. Leider befasst sich niemand mit dem Problem ihrer Rückkehr“, sagte die Diplomatin.

Sie berichtete, dass Serbien im Falle einer Unabhängigkeit des Kosovo eine neue Flüchtlingswelle befürchtet.

© 2010 RIA Novosti