
MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Russland brauche keine Konfrontation. Es habe keinen ideologischen Konflikt mit dem Westen, erklärte Sergej Jastrschembski, Assistent des russischen Präsidenten.
Zur Rede Wladimir Putins auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte er, dass er den Verhandlungen des russischen Präsidenten und der europäischen Spitzenvertreter mehr als einmal beiwohnte. Dabei sollen viele Thesen, die in München für die meisten Zuhörer völlig neu waren, bereits bei vielen Treffen in anderen Formaten besprochen worden.
„Die in der Rede enthaltenen Prämissen sind im Grunde genommen in Europa wie übrigens auch in den USA bekannt“, sagte der Assistent des Präsidenten in einem Interview mit der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“.
Putin warf in der Münchner Konferenz die Verletzung von Völkerrechtsnormen, das Abgleiten in eine monopolare Welt und zunehmende Anwendung von Gewalt von Staaten auf . Zudem belegte er die Tätigkeit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Kritik.
In seiner fast 30-minütigen Rede erklärte der russische Präsident, dass derzeit das US-Rechtssystems anderen Ländern aufgezwungen werde.
Jastrschembski hob hervor, dass sich Russland in den vergangenen Jahren verändert habe.
„Putin sagte in seiner Rede - das ist meine Interpretation - eine sehr einfache Sache: Russland sei zurückgekehrt, dem müsse man Rechnung tragen“, betonte der Assistent.
Seiner Meinung nach wirkte die Rede des Präsidenten nicht wie Kalter Krieg, sondern wie eine „kalte Dusche“ auf westliche Politiker.
Jastrschembski hält die Wiederholung eines Kalten Krieg für unmöglich, denn der Kalte Krieg stellte die Konfrontation zwischen zwei entgegengesetzten ideologischen und politischen Systemen dar.
Ihm zufolge gibt es zwischen Russland und dem Westen keinen ideologischen Konflikt. Es gibt nur einen Konflikt zwischen den Interessen und den Methoden bei deren Umsetzung. „Außerdem darf man auch die Globalisierung nicht vergessen. Will der Westen das anerkennen oder nicht, Russland wurde schon in vieler Hinsicht zu einem Teil der sich globalisierenden Welt. Und Russland das zu verweigern, kommt, wie man so sagt, teuer zu stehen. Und dort, wo „es teuer zu stehen kommt“, wird sich der Westen (insbesondere die Europäer, die den Komfort mögen) kaum zu irgendwelchen Zuspitzungen entschließen.