Ausland
Iran verliert Russland als Verbündeten - Russlands Presse
US-Vize-Energieminister Clayton Sell bezeichnete etwa Moskaus Forderungen nach einer termingemäßen Bezahlung des AKW-Baus als „völlig richtig“.
Die jetzigen russisch-iranischen Expertenverhandlungen in Teheran lassen vorerst ebenfalls kaum Erfolgsaussichten zu. Sergej Kirijenko, Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, erklärte, er sei über Irans Position „erstaunt“: „Es entsteht der Eindruck, dass die iranische Seite das Interesse für dieses Bauprojekt verloren hat. Seit Mitte Januar haben wir keine einzige Kopeke mehr bekommen.“
Der Streit über Bushehr macht die Annahme einer harten Iran-Resolution im Un-Sicherheitsrat immer wahrscheinlicher. Laut Resolutionsentwurf werden den ranghohen iranischen Nuklear- und Raketenexperten Auslandsreisen verboten. Ein Embargo für Waffenlieferungen soll verhängt werden. Aber auch Irans Möglichkeiten, Kredite aufzunehmen, werden eingeschränkt. Russland wird wohl Irans Interessen nicht mehr so vehement verteidigen wie bisher. Michail Margelow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat, erklärte am Dienstag: „Niemand ist daran interessiert, dass Iran zu einem Kernwaffen besitzenden Staat wird, der keine Spielregeln einhält.“
Nach Ansicht von Wladimir Awertschew, Experte des russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, hat Russland ohnehin genügend Gründe, mit Iran unzufrieden zu sein. „Der wichtigste Punkt ist, dass Iran die vorherige Resolution des UN-Sicherheitsrates vom Dezember 2006 nicht erfüllt hat“, sagt er. Statt die Urananreicherung einzustellen, setzte Teheran hunderte von neuen Zentrifugen ein, die die Möglichkeit bieten, Uran anzureichern und Uranvorräte anzulegen. Außerdem konnte sich die IAEO nicht davon überzeugen, dass das iranische Urananreicherungsprogramm nicht für die Herstellung von Atomwaffen dient. All das reicht nach seiner Ansicht aus, um die Sanktionen zu verschärfen.

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