RIA Novosti

Putin über Kritik aus dem Westen und Demokratie in Russland

21:56 24/05/2007

Russlands Präsident sieht hinter der Kritik aus dem Westen den Wunsch, Russland in Sachen Raketenabwehr und Kosovo nachgiebig zu machen.

LUXEMBURG, 24. Mai (RIA Novosti). Russlands Präsident sieht hinter der Kritik aus dem Westen den Wunsch, Russland in Sachen Raketenabwehr und Kosovo nachgiebig zu machen.

„Wir werden oft kritisiert, insbesondere in letzter Zeit“, sagte Putin auf einer Pressekonferenz in Luxemburg. Die meiste Kritik betreffe Menschenrechte. „Einer der Beweggründe für diese Kritik ist der Wunsch, jene Kräfte in Russland zu unterstützen, die der Westen für prowestlich hält“, führte der russische Staatschef aus. „Das zweite Ziel ist es, Russland nachgiebiger zu machen, und zwar in den Fragen, die weder mit Demokratie noch mit Menschenrechten etwas zu tun haben: Raketenabwehr, Abrüstung und Kosovo“, sagte Putin.

Nach seinen Worten konnte Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion sein Militärpotential wiederherstellen, das Verhältnis BIP/Auslandsschulden in Russland sei besser als in Europa. Russland verfüge über drittgrößte Gold- und Devisenreserven der Welt, seine Wirtschaft lege um 6,9 Prozent im Jahr zu. Der Westen habe daher immer weniger Instrumente, um auf Russland Einfluss zu nehmen. „Nach meiner Meinung ist die gegenseitige Respektierung von Interessen die beste Gesprächsweise mit Russland“, führte der russische Präsident aus.

Dabei räumte er ein, dass es in Russland noch viele Probleme gibt. Laut Putin brauche Russland Zeit, um sich nach dem Untergang der Sowjetunion, nach der Krise im Kaukasus und nach der extremen Verarmung der Bevölkerung zu erholen. „Wir brauchen Zeit, um demokratische Institute zu festigen. Wir brauchen Zeit für die Herausbildung der Mittelklasse, die die Stütze der Demokratieinstitute ist. Wir bewegen uns in diese Richtung. Daran gibt es keinen Zweifel“, betonte Putin.

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