
ANKARA, 11. Oktober (RIA Novosti). Die türkische Regierung will in der nächsten Woche beim Parlament einen Antrag auf die Genehmigung einer Militäroperation im Nordirak gegen die kurdischen Kämpfer einreichen, berichtet der Fernsehsender NTV.
Der türkische Premier Tayyip Erdogan hatte zuvor die Absicht der Regierung angekündigt, am Donnerstag einen diesbezüglichen Antrag an das Parlament zu stellen.
Laut Erdogan braucht das Ministerkabinett die auf ein Jahr befristete Genehmigung von Operationen auf dem angrenzenden Territorium.
„Wir wollen die auf ein Jahr befristete Genehmigung erhalten, um bei Bedarf die aufkommenden Probleme zu lösen“, sagte Erdogan am Mittwochabend in einem Interview für die Fernsehgesellschaft CNN-Turk.
Auf eine eventuelle grenzübergreifende Operation eingehend, teilte Erdogan mit, sie würde darauf abzielen, den Nordirak von den Kämpfern der separatistischen Arbeitspartei Kurdistans (PKK) zu räumen. Laut dem Premier halten sich jetzt rund 3500 Separatisten in der Region auf.
Anlass für den Regierungsantrag an das Parlament ist die drastische Zuspitzung der Situation im Südosten der Türkei, wo in den vergangenen Tagen 15 Militärangehörige getötet wurden.
Laut türkischen Medienberichten führt die Armee des Landes derzeit eine Großoperation gegen die kurdischen Kämpfer an der Grenze zum Irak.
Es wird gemeldet, dass der Generalstab der türkischen Armee vier Varianten für eine Operation im Nordirak ausgearbeitet hat, die jetzt von der Regierung geprüft werden.
Die PKK, gegen die eine Militäroperation im Nordirak geplant ist, führt seit 1984 einen bewaffneten Kampf im Südosten der Türkei um die Unabhängigkeit der Kurden. Der Konflikt hat bereits rund 40 000 Menschen das Leben gekostet.