RIA Novosti

Türkei ruft OSZE zur Lösung von Karabach-Streit auf

16:43 21/11/2007

ANKARA, 21. November (RIA Novosti). Der türkische Präsident Abdullah Gül hat die OSZE aufgerufen, aktiver an der Regelung des langjährigen Konfliktes um Berg Karabach (zwischen Armenien und Aserbaidschan) zu arbeiten, meldet der Fernsehsender CNN-Turk.

"Das Karabach-Problem befindet sich in einem eingefrorenen Zustand. Die Minsker OSZE-Gruppe (die im Bergkarabach-Streit vermittelt) muss aktivere Bemühungen für seine Lösung an den Tag legen", sagte Gül am Mittwoch in der georgischen Hauptstadt Tiflis zu Journalisten.

Der türkische Staatschef kam nach Georgien, um den Feierlichkeiten des Baustarts

der Eisenbahnstrecke Baku-Tiflis-Kars beizuwohnen.

Ihm zufolge ist die Teilnahme Armeniens an diesem Projekt bis zur Befreiung der "besetzten Territorien von Aserbaidschan (Karabach)" nicht möglich.

Die Türkei und Armenien haben ihre diplomatischen Beziehungen auf Eis gelegt. Für ihre Wiederaufnahme fordert Ankara die Lösung des Karabach-Konfliktes sowie den Verzicht Jerewans auf seine Politik bezüglich des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich.

Die Türkei weigert sich, den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs anzuerkennen. Damals waren rund 1,5 Millionen Menschen ums Leben gekommen.

Bergkarabach ist ein Gebiet in Aserbaidschan, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion 1991 stimmten 99,89 Prozent der Einwohner der Region bei einem Referendum für die Abtrennung von Aserbaidschan, wonach es zu einem blutigen Krieg mit rund 15 000 Toten und einer Million Flüchtlingen kam. Aserbaidschan verlor dabei die Kontrolle über Bergkarabach und sieben anliegende Regionen.

Seit der Ausrufung der Waffenruhe im Jahr 1994 verbesserte sich die Situation nicht wesentlich. Bis heute gibt es keinen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Seit 1992 bemüht sich die Minsker OSZE-Gruppe um die Beilegung des Konfliktes. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich.

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