RIA Novosti

Ausland

Hamas ruft Bush-Administration zum Dialog auf

18:45 10/12/2007
TEL AVIV, 10. Dezember (RIA Novosti). Ahmed Jussuf, ein Spitzenvertreter der palästinensischen Hamas, die die Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen hat, hat sich schriftlich mit dem Appell an die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice gewandt, den Boykott seiner Bewegung aufzugeben und in den Dialog zu treten.

Laut der israelischen Zeitung "Jerusalem Post" hat der politische Berater des islamistischen Kabinettschefs Ismail Hanija in dem offenen Brief gewarnt, dass der Verzicht auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Hamas jeden Versuch, den palästinensisch-israelischen Konflikt friedlich zu lösen, zum Scheitern verurteilt. „Die Politik einer Isolation der Hamas ist nicht nur unfair, sondern auch uneffektiv. Ihre Administration ignoriert die Realitäten vor Ort“, heißt es in dem Brief, der laut der Zeitung auch von Hanija und anderen führenden Islamisten gebilligt worden ist.

Der Berater verweist darauf, dass die Hamas-Liste für Wandel und Reformen bei den Wahlen von 2006 die Stimmenmehrheit bekommen habe. „So zu tun, als gäbe es dies nicht, ist nicht nur sinnlos, sondern auch für die Interessen der USA in der Region abträglich. Man kann nicht Demokratie im Irak und in Afghanistan verkünden und den demokratischen Prozess in Palästina ignorieren“, stellt Jussuf fest.

Der Westen, darunter die USA und Israel, haben die Hamas als Terrororganisation eingestuft. Diese lehnen einen Dialog mit den Islamisten und jedem Gremium ab, in dem sie vertreten sind. Als Vorbedingung verlangt der Westen die Anerkennung des Existenzrechts Israels, Verzicht auf Gewalt und die Respektierung der früheren palästinensisch-israelischen Vereinbarungen.

Sowohl das Einparteienkabinett, welches die Islamisten nach den Parlamentswahlen von 2006 gebildet haben, als auch die Koalitionsregierung unter Beteiligung der Anhänger von Mahmud Abbas ist vom Westen politisch und wirtschaftlich boykottiert worden. Ebenso wird der Gazastreifen mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern boykottiert, seitdem er im Ergebnis des Umsturzes vom Juni unter der ausschließlichen Kontrolle der Hamas steht.

„Wenn Sie in dem Konflikt eine ausgewogene Haltung einnehmen und offen mit uns kooperieren würden, würde das die Chancen auf Frieden wesentlich erhöhen“, schreibt Jussuf an Condoleezza Rice.

„Wenn alles so bleibt, wie es ist, dann verurteilen Sie sich selbst zum Misserfolg. Er wird dem palästinensischen Volk noch mehr Schmerzen zufügen und die weitere Kolonisierung unserer Gebiete vorantreiben. Der Misserfolg wird der Bush-Administration verwehren, einen Platz in der Geschichte dank ihrer Rolle bei der Herstellung des Friedens im Nahen Osten einzunehmen“, heißt es.

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18:45 10/12/2007  Ahmed Jussuf, ein Spitzenvertreter der palästinensischen Hamas, die die Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen hat, hat sich schriftlich mit dem Appell an die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice gewandt, den Boykott seiner Bewegung aufzugeben und in den Dialog zu treten. >>

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