RIA Novosti

Ausland

Karabach-Konflikt: Armenien schließt Regelung vor Präsidentenwahl nicht aus

Thema: Karabach-Konflikt

19:47 18/12/2007
JEREWAN, 18. Dezember (RIA Novosti). Der armenische Außenminister Wardan Oskanjan hält es für möglich, den Berg-Karabach-Konflikt noch vor der Präsidentenwahl in Armenien beizulegen, die für den 19. Februar 2008 ausgeschrieben ist.

„Ich bin Optimist und denke, es ist der gemeinsame Wunsch des ganzen Volkes, dass sich die Seiten wenigstens über die Regelungsprinzipien einigen. Daraufhin wird eine ernste und schwierige Arbeit auf uns warten, denn die Prinzipien müssen in einem 30- bis 50-seitigen Friedensvertrag gipfeln“, sagte Oskanjan am Dienstag in einer Pressekonferenz. Je früher die Seiten eine Einigung erzielen würden, desto besser, fügte er hinzu.

Oskanjan sagte, die in der Presse umlaufenden Gerüchte über einen möglichen Ausstieg von Armenien aus dem Verhandlungsprozess entsprächen nicht der Wahrheit. Ihm zufolge habe die Exekutivgewalt in Armenien niemals solche Aussagen gemacht.

„Armenien beabsichtigt nicht, den Verhandlungsprozess zu ändern. Auf dem Verhandlungstisch liegt ein Dokument, das von den Kovorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe unterbreitet worden war und zu dem Verhandlungen geführt werden“, zitiert die Agentur Novosti-Armenia den Außenminister.

Die armenische Seite bestehe weiterhin darauf, dass der Konflikt nach dem Prinzip der Selbstbestimmung einer Nation gelöst werde, fuhr Oskanjan fort. Er versicherte, dass diese Frage keinen religiösen Hintersinn habe.

„Wären die Aserbaidschaner genauso wie die Armenier Christen und alle anderen Kriterien für den Konflikt die gleichen gewesen, hätte dies am Wesen des Problems nichts geändert“, sagte der Außenminister.

Der Konflikt war im Jahre 1988 ausgebrochen, als das vorwiegend von Armeniern bewohnte Berg-Karabach seine Trennung von Aserbaidschan angekündigt hatte. Mehrere Tage vor dem offiziellen Zerfall der Sowjetunion - am 10. Dezember 1991 - fand in Berg-Karabach ein Referendum statt, bei dem sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (99,89 Prozent) für die volle Unabhängigkeit von Aserbaidschan ausgesprochen hatte. Danach kam es zu umfassenden Kampfhandlungen, die zum Verlust der Kontrolle über Berg-Karabach und die angrenzenden sieben Rayons durch Aserbaidschan führten. Mit dem Inkrafttreten des Abkommens über die Kampfeinstellung im Konfliktraum am 12. Mai 1994 wurden die Kampfhandlungen, die 25 000 bis 30 000 Menschen auf beiden Seiten das Leben gekostet hatten, gestoppt und rund eine Million Menschen musste ihre Heimstätten verlassen.

Das Abkommen wird bis jetzt eingehalten. Seit 1992 werden Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konfliktes im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt, die von den USA, von Russland und Frankreich geleitet wird.

  • Add to blog
  • Send to friend
  • Share

in den Blog einfügen

Sie können den Link in Ihren Blog kopieren.

Video-Code:

Vorschau:

per E-Mail versenden

bitte alle Felder ausfüllen!

Artikel teilen

Digg Digg FacebookTwitter Twitter



  Рейтинг@Mail.ru   Rambler's Top100  
© 2012 RIA Novosti