DEN HAAG, 31. März (RIA Novosti). Die niederländische Staatsanwaltschaft prüft die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen den niederländischen Politiker Geert Wilders, der den islamfeindlichen Film „Fitna“ gedreht hat. Das teilte der niederländische Außenminister Maxim Verhagen am Montag in Den Haag bei einem Treffen mit den Botschaftern der 26 Mitgliedstaaten der Organisation Islamische Konferenz mit. Verhagen betonte, die niederländische Regierung habe sich von dem Streifen des Vorsitzenden der ultrarechten „Partei für die Freiheit“, Wilders, weit distanziert. Der Außenminister rief die Botschafter der islamischen Staaten auf, Maßnahmen zum Schutz der niederländischen Bürger, Unternehmen und Organisationen im Ausland zu ergreifen. „Wollen wir Gelassenheit und herzliche Beziehungen zueinander bewahren“, sagte Verhagen. Der Minister äußerte seine Freude darüber, dass die Reaktion der moslemischen Welt auf den Film von Wilders ziemlich reserviert sei. „Aber die in einigen Ländern gemachten Aussagen zeigen, dass wir aufpassen müssen. Daher ist es wichtig, den Dialog fortzuführen und klar zu machen, dass Drohungen und Aufrufe zu Gewalt unzulässig sind“, so Verhagen. Der Minister sagte auch, dass „Fitna“ keineswegs die Ansichten der niederländischen Regierung widerspiegele. „Das Problem besteht nicht in der Religion, sondern in ihrer Nutzung mit dem Ziel, Hass und Intoleranz zu verbreiten“, sagte er. „Wir wissen um die Besorgnis und die Gefühle, die die moslemische Gemeinschaft in aller Welt wegen dieses Films empfindet“, sagte Verhagen. Aber die verletzten Gefühle dürften nie zur Rechtfertigung von Aggression und Drohungen dienen. Der islamfeindliche 17-minütige Streifen „Fitna“ enthält unter anderem dokumentarische Bilder der Terrorakte vom September 2001 in New York sowie von ihren Opfern. Darin sind Zitate in Arabisch aus dem Koran eingeblendet, die mit Übersetzungen ins Englische und ins Niederländische untertitelt sind. Diese aus dem Gesamtkontext gerissenen Zitate, deren Übersetzung von niemandem geprüft wurde, enthalten den Aufruf, „die Ungläubigen im Feuer zu verbrennen, ihnen die Köpfe abzuhauen“. Gleichzeitig werden in dem Film Reden von Chefs von Extremistenführern wiedergegeben, denen zufolge der Islam in der ganzen Welt herrschen müsse. Der islamfeindliche Dokumentarfilm hat in der moslemischen Welt Empörung ausgelöst. So ruft der Vorsitzende des indonesischen Parlaments, Agung Laksono, die Regierung des Landes auf, das Zeigen von „Fitna“ zu verbieten. Der Abteilungsleiter des iranischen Außenministeriums Ali Bageri hat am Sonntag dem niederländischen und dem slowenischen Botschafter (Slowenien führt gegenwärtig den EU-Vorsitz) in Teheran gegenüber scharfen Protest gegen den Film „Fitna“ erhoben, „der die Moslems in der ganzen Welt beleidigt hat“. Einen entschiedenen Protest gegen die Vorführung des Films von Geert Wilders hat das russische Außenministerium erhoben. „Russland, das für die Aufnahme des Dialogs zwischen den Zivilisationen konsequent eintritt, wertet diesen Film als provokatorisch“, heißt es in einer Mitteilung, die RIA Novosti am Montag zugegangen ist.
weitere Artikel zu diesem Thema
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||