RIA Novosti

Ausland

Iran nutzt Atomprogramm als politische Waffe - Russlands Presse

14:56 09/04/2008
MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Iran hat am gestrigen Dienstag eine demonstrative Antwort auf die Versuche der Weltgemeinschaft gegeben, es zur Einstellung seines Nuklearprogramms zu bewegen, schreiben russische Zeitungen diese Woche.

Zum Höhepunkt des iranischen „Nationaltags der Atomtechnologie“ wurde die Aussage von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass im Urananreicherungswerk Natans mit der Installierung von 6000 neuen Zentrifugen begonnen worden sei. Experten sind davon überzeugt, dass Teheran die Atom-Frage ausschlachtet, um Spekulationen anzuheizen. Iran brauche nicht so sehr die Atombombe als vielmehr die Möglichkeit, damit zu drohen.

"Die harte Rhetorik von Mahmud Ahmadinedschad zum Atom-Problem verfolgt in erster Linie innenpolitische Ziele", sagte Nina Mamedowa, Leiterin des Abteilung für Iran-Studien am Institut für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Zeitung "Wremja Nowostej". "Durch seine Kritik an der Resolution des UN-Sicherheitsrates und seine Berichte über neue Erfolge bei der Entwicklung des nationalen Atomprogramms strebt der Präsident danach, die Einheit der konservativen Kräfte zu festigen."

Radschab Safarow, Generaldirektor des Zentrums für Erforschung des modernen Iran, ist sicher: "In Irans Führung gibt es keinen politischen Beschluss, die Entwicklung von Atomtechnologien auf das militärische Niveau zu heben."

Der Internetzeitung "Gazeta.Ru" sagte Safarow: "Selbst wenn man sich hypothetisch vorstellt, dass Iran eine Atomwaffe besitze, wird sie einfach nicht eingesetzt werden können. Amerika wird sie nicht erreichen, bleibt nur Israel. Doch kann Israel kein Schlag versetzt werden, der nicht auch Araber in Palästina vernichten würde."

Georgi Mirski, verantwortlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, ist mit Safarow im Großen und Ganzen einverstanden. "Iran geht mit Volldampf den Weg zur Schaffung von Voraussetzungen für die Produktion einer Atombombe. Ich betone: von Voraussetzungen, weil sie kaum damit rechnen, eine Bombe zu bauen, sie haben einfach kein Territorium für ihren Abwurf. Es könnte natürlich Israel sein, aber in der Nähe, in Palästina, leben Millionen Araber. Am ehesten wollen sie den so genannten 'Zustand der 5-Minuten-Bereitschaft' erreichen, wie bei Nordkorea. Die Bombe ist noch nicht da, aber jeden Augenblick kann sie fertig sein. Dann werden sie von der Position der Stärke aus sprechen können. Das ist die wahrscheinlichste Entwicklung", erklärte Mirski.

"Irans Führung hat Angst vor den USA. Die Amerikaner haben ja Irak überfallen, aber Nordkorea nicht, denn dieses hat beinahe die Bombe. Das ist der Gedankengang in Iran", sagte Mirski überzeugt.

Der Politologe erinnert daran, dass "der Grad der Urananreicherung, den sie (die Iraner) erreicht haben - 3,5 Prozent - sich nur zu friedlichen Zwecken nutzen lässt". Laut Schätzungen von Analytikern kann Iran eine Atombombe frühestens gegen 2015 bauen.

Quellen: "Wremja Nowostej" vom 09.04.08, "Gazeta.Ru" vom 08.04.08.

  • Add to blog
  • Send to friend
  • Share

in den Blog einfügen

Sie können den Link in Ihren Blog kopieren.

Video-Code:

Vorschau:

per E-Mail versenden

bitte alle Felder ausfüllen!

Artikel teilen

Digg Digg FacebookTwitter Twitter



  Рейтинг@Mail.ru   Rambler's Top100  
© 2012 RIA Novosti