RIA Novosti

Atomstreit: Iran sieht sich durch UN-Sanktionen nicht gefährdet

18:28 16/04/2008

Die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat im Atomstreit mit Iran verhängt hat, haben laut Vizepräsident Parviz Davudi keine Auswirkungen auf die iranische Wirtschaft.

TEHERAN, 16. April (RIA Novosti). Die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat im Atomstreit mit Iran verhängt hat, haben laut Vizepräsident Parviz Davudi keine Auswirkungen auf die iranische Wirtschaft.

"Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die UN-Sanktionen keine Sozial- und Wirtschaftsfolgen für Iran haben, sondern hingegen eine Gegenwirkung erzeugen", sagte Davudi am Mittwoch auf der 13. Internationalen Ölmesse in Teheran. Nach seinen Worten zeigen ausländische Unternehmen trotz UN-Sanktionen zunehmend Interesse an einem Engagement in Iran.

Iran steht wegen seines Atomprogramms unter starkem Druck. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Nahoststaat heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von ihm die Einstellung der Urananreicherung und einen Stopp des Raketenprogramms. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits drei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten. Trotzdem lehnt die Regierung in Teheran die Forderungen der Weltgemeinschaft ab.

Die jüngste Iran-Resolution wurde am 3. März verabschiedet. Sie sieht unter anderem Reisebeschränkungen für iranische Atomexperten, sowie die Sperrung von Konten einiger iranischer Firmen und Banken vor. Außerdem sollen die Gütertransporte nach und aus Iran inspiziert werden. Teheran wurden 90 Tage gewährt, um die Forderungen zu erfüllen.

An diesem Mittwoch berieten die fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrats (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland, die im Atomstreit als Vermittler auftreten, in Schanghai über weitere Schritte im Konflikt mit Iran. Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums einigten sich die Seiten grundsätzlich auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Mullah-Staat.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad kündigte am selben Tag an, sein Land sei zu "gerechten" Verhandlungen mit der Weltgemeinschaft bereit, wolle jedoch auf sein legitimes Recht auf friedliche Atomenergie nicht verzichten.

© 2010 RIA Novosti