Ausland
Kosovo-Unabhängigkeit kostet EU und USA Milliarden
"Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Kosovo unselbständig und hat keine Reserven für seine Existenz", sagte Iskenderow, Mitarbeiter am Institut für Slawenkunde der Russischen Akademie der Wissenschaften und Kolumnist der Zeitung "Wremja Nowostej", in einem Gespräch mit RIA Novosti. In den nächsten Jahren wäre das Kosovo deshalb auf internationale Kredite und Investitionen angewiesen. "Nicht zufällig wollen die EU, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits in diesem Sommer die erste Geberkonferenz für das Kosovo einberufen."
Die Wirksamkeit einer solchen Konferenz stellte der Experte in Zweifel. Es habe bereits mehrere Geberkonferenzen für Afghanistan und Irak gegeben. "Doch sie vermochten es nicht, die notwendigen Summen aufzubringen, oder das gespendete Geld verschwand spurlos in diesen Staaten."
Die westlichen Staaten, die das unabhängige Kosovo anerkannt haben, werden die Region deshalb auf eigene Kosten unterhalten müssen "Bereits in der nächsten Zeit werden die Steuerzahler dieser Staaten mehrere Milliarden Euro ausgeben müssen."
Bislang hing die Wirtschaft des Kosovo laut Iskenderow von Serbien und insbesondere von dessen Stromlieferungen ab. "Die Region hat keinen Zugang zum Meer, ihre Bodenschätze sind im nördlichen, von Serben besiedelten Gebieten konzentriert. Zudem sind die Vorkommen in einem verwahrlosten Zustand und erfordern Milliarden an Investitionen."
Das Kosovo hatte am 17. Februar die Unabhängigkeit von Serbien verkündet. Der neue Status wurde bislang von rund 40 Ländern anerkannt, darunter zuerst von den USA und den meisten europäischen Ländern. Serbien, Russland, China, Indien, Spanien, Griechenland und viele andere Staaten lehnen die Unabhängigkeit des Kosovo als Verstoß gegen das Völkerrecht ab.
Laut Iskenderow hat sich die Hoffnung der Kosovo-Albaner auf eine schnelle Anerkennung durch 60 bis 100 Staaten nicht erfüllt. "In der nächsten Zeit ist offenbar nicht mit einer Anerkennungswelle zu rechnen."

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