Ausland
Human Rights Watch fordert erneut Stellungnahme von Kosovo zu mutmaßlichem Organhandel
In ihrem Anfang April veröffentlichten Buch bezichtigt Carla Del Ponte, heute Botschafterin der Schweiz in Argentinien, die albanische "Kosovo-Befreiungsarmee" UCK des Handels mit Organen getöteter Kosovo-Serben, albanischer und russischer Frauen. Die UCK soll 1999 serbische Einwohner des Kosovo für die Organentnahme entführt haben. Die entnommenen Organe seien auf dem Schwarzmarkt verkauft worden, heißt es im Buch.
In einer auf der Webseite von Human Rights Watch veröffentlichten Erklärung heißt es, die Organisation verfüge über Informationen und Dokumente, die die Vorwürfe Del Pontes bekräftigen.
Laut dem Dokument hat die Organisation Anfang April den Ministerpräsidenten des Kosovo, Hashim Taci, und seinen albanischen Amtskollegen Sali Berisha gebeten, diesbezügliche Untersuchungen durchzuführen, jedoch von keiner der beiden Seiten eine Antwort erhalten.
In ihrem Buch „Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher“ berichtet Del Ponte, die von August 1999 bis Dezember 2007 Chefanklägerin des ICTY war, zudem über die Hindernisse, die sie bei der Anstrengung von Strafverfahren gegen die Schuldigen an den Kriegsverbrechen während der bewaffneten Konflikte im Balkan in den 90er Jahren habe überwinden müssen.
Ihr Buch enthält auch Anschuldigungen gegen Taci und und seinen engsten Mitstreiter und UCK-Kommandeur Ramus Haradinaj.
Das Parlament des Kosovo hatte am 17. Februar einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien verkündet.
Serbien lehnt die Anerkennung der Kosovo-Unabhängigkeit ab und verkündet, weiterhin auf seiner territorialen Integrität zu bestehen. Russland wertet die Ausrufung der Unabhängigkeit des Kosovo als Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts.
Die Unabhängigkeit der Region haben 38 Staaten, darunter die USA und eine Reihe von EU-Ländern, anerkannt.

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