MOSKAU, 17. Juni (RIA Novosti). Teheran hat in Europa gelagerte 75 Milliarden Dollar abgehoben, um bei neuen Sanktionen einer eventuellen Kontensperrung zuvorzukommen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag. Experten sehen das als Beweis für eine baldige Verschärfung des Konflikts um das iranische Nuklearprogramm. Die Iraner bereiten sich im günstigsten Fall auf eine Verhärtung der finanziellen Sanktionen vor. Schlimmstenfalls auf einen Krieg, der die Ölpreise hinaufschrauben und die Börsen abstürzen lassen könnte. Bei solch einem Szenario drohen auch Russland ernsthafte Probleme. "Die in der vergangenen Woche durchgeführten Gespräche von US-Präsident George Bush mit EU-Vertretern in Slowenien haben gezeigt, dass die nächste Runde der Sanktionen wahrscheinlich nach dem Sommer folgen wird. Das werden finanzielle Sanktionen gegen die wichtigsten iranischen Banken sein", teilte Samuel Chizhuk von Unternehmensberatung Global Insight (London) mit. "Der Schritt von Iran veranschaulicht", setzte er fort, "dass sowohl die Islamische Republik als auch die Westmächte glauben, die Einführung neuer Sanktionen werde kein Problem sein." Alexander Rasuwajew, Chefanalyst der Sobinbank, ist sich sicher: "Diese Nachricht riecht nicht nach Sanktionen, sondern nach einem Krieg. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikanische Partei vor den Wahlen in den USA eine militärische Operation einleiten wird, ist recht hoch. Ein Schlag gegen Iran wird von Israel als strategischer Verbündeter Washingtons aktiv lobbyiert." Wenn der Krieg unvermeidlich sei, so der Experte, müssten vor Beginn der Operation die weltweiten Waren- und Effektenmärkte starke Schwankungen zeigen. Kriegserwartung bedeute einen Anstieg der Ölpreise, möglicherweise bis auf 200 Dollar je Barrel, und ein Abfall der weltweiten Aktienindizes. Hierbei werde der Anstieg der Ölpreise den russischen Markt nicht vor dem Absturz retten. Wie Rasuwajew sagt, kann der Transfer von 75 Milliarden Dollar für das europäische Banksystem schmerzlos verlaufen. "Dennoch ist das eine recht hohe Summe, deren Überweisung ohne erfolgreiche Verhandlungen der Iraner mit den entsprechenden EU-Ländern unmöglich wäre", nimmt der Analyst an. weitere Artikel zu diesem Thema
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