Ausland
Tschechiens Präsident Klaus distanziert sich von Vorwürfen an Russland im Kaukasuskrieg
"Schon wieder wird eine Stellvertreterdiskussion über diese tragische Situation geführt. Es ist in der Tat eine tragische Situation für Millionen Menschen in der Kaukasus-Region. Die Opfer sind wie gewöhnlich die normalen Menschen und nicht die Politiker. Die Situation sehe ich aber nicht so, wie sie in diesem Zusammenhang meine vier Amtskollegen, die baltischen Präsidenten und der polnische Präsident, bewertet haben", sagte Klaus.
Wie der Tschechische Rundfunk am Freitag auf seiner Internet-Seite (www.radio.cz) schrieb, hatte Klaus in der Freitagausgabe der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" zugleich abgelehnt, das aktuelle Geschehen in der umkämpften Kaukasus-Region mit der Invasion der Warschauer Paktstaaten in die Tschechoslowakei im August 1968 zu vergleichen. Die Tschechoslowakei, so der Präsident, habe damals nicht die Karpatho-Ukraine überfallen und die Invasion sei keine Antwort auf unseren Überfall gewesen. Saakaschwili sei nicht Dubcek.
Am Freitag hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice bei ihrem Besuch in der georgischen Hauptstadt Tiflis die Präsenz russischer Soldaten in Georgien mit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei von 1968 verglichen.
"Vaclav Klaus ist auch davon überzeugt, dass die gegenwärtige Lage in Georgien durch die Trennung des Kosovo von Serbien maßgeblich beeinflusst wurde", heißt es in dem Beitrag.
"In diesem Punkt kann sich auch der Chef des tschechischen Abgeordnetenhauses, der Sozialdemokrat Miloslav Vlcek, mit der Meinung des Präsidenten identifizieren. Ihm zufolge werden jetzt, nachdem eine Reihe westlicher Länder die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben, auch die separatistischen Regionen Georgiens - Südossetien und Abchasien - dasselbe, oder zumindest eine breite Autonomie anstreben. Einen großen Teil der Verantwortung für das Entflammen der Kämpfe in Georgien schreibt der Abgeordnetenchef auch dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili zu, indem dieser versucht habe, Südossetien die faktische Autonomie durch eine Militärinvasion zu nehmen."

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