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Ausland

Kaukasus-Allianz lässt Eis zwischen Türkei und Armenien schmelzen

17:20 20/08/2008
ANKARA, 20. August (RIA Novosti). Die Türkei will gemeinsam mit Armenien die Teilnahme dieses Landes an der "Kaukasischen Allianz" erörtern. Das teilte der türkische Premier Tayyip Erdogan am Mittwoch mit.

Erdogan hatte am 11. August die Gründung einer "Kaukasischen Allianz" vorgeschlagen, um die Lage im Kaukasus zu stabilisieren. Neben den Staaten der Region und Russland sollen auch die USA sowie die Türkei daran teilnehmen.

Zwischen der Türkei und Armenien gibt es keine diplomatischen Kontakte, die Grenze zwischen beiden Ländern ist seit 15 Jahren gesperrt.

Erdogan zufolge spricht der türkische Außenminister Ali Babacan in dieser Woche mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über das Format des Dialogs zwischen der Türkei und Armenien.

"Die Herstellung eines stabilen Friedens in der Region sowie einer Atmosphäre des Vertrauens und der Stabilität ist für die Türkei von lebenswichtiger Bedeutung", äußerte der Regierungschef am Flughafen von Ankara vor der Presse vor seiner Abreise nach Baku, wo er die Idee der Gründung der Kaukasus-Allianz mit der aserbaidschanischen Staatsführung erörtern wird.

Erdogan betonte, seine Initiative sei von Moskau und Tiflis positiv aufgenommen worden. Beide Staaten schlossen ihre Teilnahme nicht aus.

Dem türkischen Ministerpräsidenten zufolge unternehmen die türkischen Behörden notwendige Bemühungen für die "schnellstmögliche Schaffung der infrastrukturellen Plattform" der Allianz.

Im Juli haben die Türkei und Armenien in der Schweiz Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Normalisierung ihrer Beziehungen durchgeführt.

Gegenwärtig prüft der türkische Präsident Abdullah Gül eine Einladung seines armenischen Amtskollegen Sersch Sargsjan, am 6. September zu einem Besuch nach Jerewan zu reisen, um ein WM-Qualifikationsspiel der A-Nationalmannschaften beider Länder anzusehen.

Ankaras Bedingungen für die Herstellung diplomatischer Beziehungen zu Armenien sind die Regelung des Berg-Karabach-Konflikts sowie die Aufgabe des Standpunkts, dass während des Ersten Weltkriegs im Osmanischen Reich ein Völkermord am armenischen Volk verübt wurde, bei dem rund 1,5 Million Armenier ums Leben kamen. Armenien arbeitet seit langem beharrlich auf die internationale Anerkennung des Völkermords hin.

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