
MOSKAU, 13. September (RIA Novosti). Russland ist über Chinas Verzicht auf Unterstützung in der Kaukasus-Krise nicht enttäuscht.
Das sagte Russlands Premier Wladimir Putin in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro".
„Wir haben Verständnis für die Prioritäten in der chinesischen Innen- und Außenpolitik der Volksrepublik China und wollen sie nicht in eine peinliche Lage versetzen", betonte Putin.
"Wir haben dies unseren chinesischen Partnern direkt gesagt. Ich persönlich habe darüber gesprochen, als ich in Peking der Eröffnung der Olympischen Spiele beiwohnte. Diese Last der Verantwortung in den russisch-chinesischen Beziehungen haben wir ihnen im Voraus genommen", fügte der Premier an.
In der Nacht zum 8. August hatten georgische Truppen Kampfhandlungen in der abtrünnigen Republik Südossetien eingeleitet und deren Hauptstadt Zchinwali unter schweren Beschuss genommen. Die Stadt und viele andere Orte wurden völlig zerstört. Dabei kamen nach südossetischen Angaben fast 1600 Zivilisten ums Leben.
Tiflis soll auch eine Aggression gegen Abchasien geplant haben.
Um die russischen Bürger in Südossetien zu schützen, musste Russland zusätzliche Truppen in die Republik schicken. Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte näherten sich der abchasischen Küste, um dem geplanten Einmarsch Georgiens und neuen möglichen Zivilopfern vorzubeugen.
Erst nach der Verstärkung der russischen Friedenstruppe konnte Georgien zum Frieden gezwungen werden. Nach Angaben des Generalstabs der russischen Streitkräfte sind in Südossetien 64 Soldaten gefallen, 323 wurden verletzt.
Am 12. August hatte Russland das Ende die Operation zur Zwangsbefriedung Georgiens verkündet, zehn Tage später zog es seine Truppen zu den Stellungen vor dem 8. August zurück.
In den Pufferzonen um Südossetien und Abchasien sind gegenwärtig russische Friedenskräfte entsprechend den früheren Vereinbarungen über die Regelung des georgisch-südossetischen und des georgisch-abschasischen Konflikts stationiert, was in keinem Widerspruch zu dem unterzeichneten Medwedew-Sarkozy-Plan steht.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew unterzeichnete am 26. August Dekrete über die Anerkennung der Republiken Abchasien und Südossetien und beauftragte das Außenministerium, Verträge über Freundschaft und gegenseitige Hilfe mit beiden Regionen zu schließen.
Am 8. September vereinbarten Russland und die EU zusätzliche Regelungsmaßnahmen in Georgien.