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Südossetien-Krieg: BBC-Bericht über georgische Kriegsverbrechen findet kaum Echo

16:27 29/10/2008
LONDON, 29. Oktober (RIA Novosti). Die Reportage von BBC über Südossetien-Krieg und mögliche Kriegsverbrechen, die georgischen Truppen begangen haben, ist auf keine nennenswerte Resonanz in Großbritannien gestoßen. Die wichtigsten Zeitungen und deren Internetausgaben beachteten sie nicht, wie auch die Staatsorgane.

Mehr noch. Wie der Leiter der Programme für Sicherheit und Aufklärung des Königlichen Instituts für internationale Beziehungen (Chatham House), Robert Ayers, sagte, ändert Großbritannien seine Einstellung zum russisch-georgischen Konflikt vom August dieses Jahres nicht, welche Auskünfte auch immer Journalisten geben.

In der Nacht zum 8. August hatten georgische Truppen Kampfhandlungen in der abtrünnigen Republik Südossetien begonnen und deren Hauptstadt Zchinwali unter schweren Beschuss genommen. Die Stadt wurde größtenteils zerstört. Dabei kamen nach südossetischen Angaben mehr als 1600 Zivilisten ums Leben.

Georgien konnte erst nach der Verstärkung der russischen Friedenstruppe zum Frieden gezwungen werden.

Nach diesen Ereignissen erkannte Russland am 26. August die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens an.

Großbritannien bezog hinsichtlich Russlands die härteste Position unter allen europäischen Ländern.

Vertreter der britischen Behörden sprachen sich mehrmals dafür aus, Russland für seine Handlungen in Georgien zu "bestrafen" und verkündeten die Einstellung der bilateralen Zusammenarbeit in einigen Bereichen.

Am Dienstag strahlte BBC Radio 4 eine Reportage über die Ereignisse in Georgien aus. Der Verfasser des Berichts, Tim Hewell, betonte unter Hinweis auf Augenzeugenberichte und Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, dass "Georgien im August möglicherweise bei dem Angriff auf das abtrünnige Südossetien Kriegsverbrechen begangen hatte" und dass die georgischen Soldaten "die Zivilbevölkerung möglicherweise bewusst angegriffen hatten".

"Es braucht nicht erwartet werden, dass Großbritannien nach dieser Reportage oder jeglichen anderen seine Position ändert. Das ist eine nationale Einstellung", sagte Ayers.

Ihm zufolge "weiß letztendlich niemand, was in Südossetien vorgefallen ist".

"Was die Georgier, die Russen, die Militärs und die Miliz dort getan haben, weiß niemand genau. Doch um Großbritannien dazu zu bringen, seine Position bezüglich Russlands zu ändern, braucht es die absolute, unwiderlegbare Wahrheit", betonte er.

"Das ist ein sehr heikles Thema. Die Handlungen aller Seiten in diesem Konflikt müssen untersucht werden. Wir ignorieren keine Informationen, darunter auch nicht die der Reportage von BBC", sagte der Pressesprecher des britischen Außenamtes RIA Novosti.

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