
MADRID, 18. November (RIA Novosti). Europa kann nach Darstellung von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili künftig noch weitere Aggressionen Russlands wie im vergangenen August in Südossetien erleben.
"Im August wurde ein himmelschreiender Verstoß gegen das Völkerrecht begangen, der von der internationalen Gemeinschaft verurteilt werden muss", sagte Saakaschwili am Dienstag in der 54. Parlamentarischen Versammlung der NATO im spanischen Valencia. Die von ihm geleitete Delegation Georgiens nahm als "Gast und potenzieller Beitrittskandidat" an der Sitzung teil, wie die spanische Nachrichtenagentur EFE meldete.
Diese Invasion Russlands sei diplomatisch und militärisch von langer Hand geplant gewesen. Für die Rückendeckung der Aggression hätten 50 Journalisten gesorgt, die auf dem Territorium Südossetiens auf den Einmarsch von 3000 Panzern gewartet hätten. "Die anhaltenden Verstößte gegen das Waffenstillstandsabkommen in der Region können zu einem neuen Konflikt führen", sagte der georgische Staatschef.
In der Vorwoche hatte sich Saakaschwili bei einer Visite in Frankreich im französischen Rundfunk und Fernsehen zur "russischen Aggression" geäußert. Aber die Zuhörer und Zuschauer konnten von ihm keine Antwort auf die Frage erhalten, wer eigentlich als erster angegriffen hatte und wieviel Menschen während der Invasion Georgiens in Südossetien ums Leben gekommen waren.
In der Nacht zum 8. August hatte Georgien Zchinwali überfallen und größtenteils zerstört. Bei dem Angriff starben etwa 1500 Zivilisten. Zehntausende mussten in die benachbarte Republik Nordossetien (auf dem Territorium Russlands) fliehen. Ende August erkannte Russland die Unabhängigkeit Südossetiens sowie Abchasiens von Georgien an und stellte später die diplomatischen Beziehungen zu den beiden Republiken her.