Ausland
Golodomor-Forum: George Bush schickt Präsidentendelegation nach Kiew
Das teilte der Pressedienst vom Weißen Haus mit.
Wie der scheidende US-Präsident anordnete, wird die Delegation vom US-Botschafter in der Ukraine William Taylor geleitet.
Kiew fordert schon seit mehreren Jahren von der Weltöffentlichkeit, von der UNO und von Russland, die Hungersnot, die in der Sowjetunion in den Jahren 1932 und 1933 herrschte, als Völkermord an den Ukrainern anzuerkennen.
Die russischen Wörter "Golod" (Hunger) und "Golodomor" (Aushungern) sind zwar eng verwandt, ihre Bedeutung ist aber unterschiedlich. Unter dem "Golodomor" wird ein zielgerichtetes Aushungern der Ukrainer als einer Nation verstanden.
Die Hungersnot, die von den ukrainischen Politikern als "Golodomor" bezeichnet wird, ist zu einer ideologischen Konzeption geworden.
1984 bildete der US-Kongress eine Sonderkommission, die "die Ursachen der von der Sowjetführung inspirierten Hungersnot 1932 und 1933 in der Ukraine" untersuchen sollte. In einem 1988 veröffentlichen Schlussbericht der Kommission war von einem "künstlichen Charakter" der Hungersnot die Rede. Die Hungersnot selbst wurde als "Völkermordakt" gegen das ukrainische Volk bezeichnet.
Die schreckliche Hungersnot in der Sowjetunion in den Jahren 1932 und 1933 war eine Folge der Kollektivierungspolitik. Die geografischen Dimensionen der Hungersnot zeugen davon, dass das Bauerntum als solches, unabhängig von der Nationalität, zum Objekt dieser Politik wurde.
Die Tragödie erfasste die führenden Getreideregionen der UdSSR: Neben der Ukraine waren das der Mittel- und der Unterlauf der Wolga, der Nordkaukasus, das zentrale Schwarzerdegebiet, die Uralregion, ein Teil Sibiriens und Kasachstans.
Die Einwohnerzahl dieser Regionen belief sich insgesamt auf rund 50 Millionen. Landesweit starben sechs bis sieben Millionen Menschen an Hunger. In den beiden Hungerjahren starben in der Ukraine 2,9 bis 3,5 Millionen Menschen.

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