
MOSKAU, 27. November (RIA Novosti). Die Terrorgruppen, die am Mittwochabend die indische Finanz- und Geschäftsmetropole Mumbai attackiert haben, sind nach Angaben russischer Geheimdienste eng mit dem internationalen Terror-Netzwerk Al Qaida verbunden.
Es lägen Hinweise darauf vor, dass einige der Gruppen, die Mumbai angegriffen haben, Kontakte zu Al Qaida aufrechterhalten, teilte ein Vertreter russischer Geheimdienste RIA Novosti mit.
Nach seinen Worten werden die Kämpfer der Gruppe Laschkar e-Taiba, die am Blutbad in Mumbai beteiligt war, in Trainingslagern von Al Qaida an der Grenze zwischen Pakistan und Indien ausgebildet.
Russische Geheimdienste hätten ihre indischen Kollegen bereits vor Jahren auf die Präsenz dieser Organisation in Indien aufmerksam gemacht, sagte der Sprecher. Nach seinen Worten haben die Inder diese Gruppe bis jetzt "leider nicht ernst genommen".
Die Terrorattacke auf Mumbai richte sich vor allem gegen die USA und Großbritannien, mutmaßte der Sprecher. "Kein Zufall, dass die Terroristen in den Hotels gezielt US-amerikanische und britische Bürger suchten. Für uns ist es offensichtlich, dass sie einen bestimmten Auftrag erfüllten."
Der Sprecher schloss nicht aus, dass die indischen Geheimdienste mehr von den Terroristen wissen, als sie bekannt geben. Die Informationen werden geheimgehalten, um keine Panik zu verursachen.
Der Angriff auf Mumbai sei gründlich vorbereitet und nach dem traditionellen Szenario der islamischen Extremisten organisiert worden, sagte der Sprecher. Bezeichnend sei, dass Geiselnahmen, Beschüsse und Bombenanschläge gleichzeitig an verschiedenen Orten stattgefunden haben.
Am Mittwoch hatten mehrere Terroristengruppen die indische Finanz- und Geschäftsmetropole Mumbai angegriffen. Mit Kalaschnikow-MPi und Handgranaten bewaffnete Täter erschossen Zivilisten auf Straßen, in Restaurants und auf dem Bahnhof.
Zudem griffen sie drei Luxus-Hotels im Stadtkern an und nahmen deren Bewohner als Geiseln. Die nach ihrem Ausmaß bisher beispiellose Terror-Attacke kostete mehr als 100 Menschen das Leben, rund 300 wurden verletzt.