Ausland
Obama für Dialog mit Kuba offen - Embargo bleibt vorerst weiter gültig
Das sagte der Direktor des Zentrums für ökonomische Studien des russischen Instituts für Lateinamerika, Wadim Taperman, am Dienstag in Moskau. Obama betreibe gegenüber Kuba eine flexiblere Politik als seine Vorgänger. Das gegen Kuba verhängte Embargo könne nur schrittweise aufgehoben werden. Eine sofortige Lockerung sei kaum möglich, weil es sich um ein ganzes Paket von Gesetzen handele, die seit 1961 in Kraft gesetzt worden seien, sagte der Experte.
Als erster Schritt könnte der Reiseverkehr zwischen beiden Ländern erleichtert werden. Sollten Privatreisen von US-Bürgern kubanischer Abstammung in ihre historische Heimat oder von anderen US-Bürgern nach Kuba genehmigt werden, dürfte die Zahl der Touristen von derzeit rund 70 000 (im Jahr) um ein Mehrfaches steigen.
2001 waren bereits einige Einschränkungen aufgehoben worden, was den bilateralen Handeln deutlich intensivierte. Von 2002 bis 2007 nahm der Warenumsatz zwischen den USA und Kuba von 174 Millionen auf 582 Millionen Dollar zu. Gegenwärtig sind die USA der viertgrößte Handelspartner Kubas nach Venezuela, China und Spanien.
Die meisten Länder setzen sich für die endgültige Abschaffung des Embargos ein. Im Oktober dieses Jahres hatte die UN-Vollversammlung mit überwiegender Stimmenmehrheit eine entsprechende Resolution angenommen. Aber Beschlüsse der UN-Vollversammlung haben keinen verbindlichen Charakter.

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