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Ausland

Kaukaus-Krieg ist Folge von Systemstörung in europäischer Sicherheitsarchitektur

14:31 10/12/2008
MOSKAU, 10. Dezember (RIA Novosti). Der russische Außenminister Sergej Lawrow betrachtet den Kaukasus-Konflikt im August als eine Folge der "Syszemstörung in der europäischen Sicherheitsarchitektur".

"Die Renovierung der Architektur der europäischen Sicherheit darf man nicht auf die lange Bank schieben. Die gemeinsame Suche nach den Regelungswegen, hier muss man dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy Gerechtigkeit widerfahren lassen, hat Russland und die Europäische Union zu einer pragmatischen Zusammenarbeit gebracht", sagte Lawrow gegenüber Vertretern der "Association of European Business in the Russia Federation" am Mittwoch in Moskau.

Laut Lawrow waren die Beziehungen zwischen Russland, den USA und der EU durch den Überfall Georgiens auf Südossetien einer ernsthaften Festigkeitsprüfung unterzogen worden.

Er hob auch hervor, dass in Fragen der internationalen Sicherheit sowie in militärpolitischen Fragen bisher noch oft das ideologisierte und blockgebundene Herangehen vorherrsche.

"Ich meine den Kurs auf die weitere NATO-Ausdehnung gen Osten und die Pläne zur Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrsystems in Europa sowie die Ereignisse im Kaukasus. Im letzten Fall waren die Schablonen aus den Zeiten des Kalten Krieges ans Licht gezerrt worden. Es war ein umfassender Informationskrieg gegen Russland mit dem vollen Ignorieren der Fakten und der Schaffung eines Feindbildes entfaltet worden", sagte Lawrow.

Die USA haben die Absicht, ein Radar in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen unter dem Deckmantel des Schutzes gegen eine mögliche Bedrohung durch Iran zu stationieren. Russland befürchtet, dass diese Systeme gegen seine Sicherheit gerichtet sein können.

"Ich bin überzeugt, dass die Zukunft immerhin einer rationalen Politik gehört. Das pragmatische effektive Herangehen muss die Oberhand gewinnen. Denn nur das stellt eine reale transparente Grundlage für die internationale Zusammenarbeit dar", fügte der russische Außenminister hinzu.

Die Beziehungen zwischen Georgien und Russland haben sich im August nach einer Aggression Georgiens gegen Südossetien zugespitzt. Die Hauptstadt der Republik, Zchinwali, wurde praktisch zerstört. Über 1500 friedliche Einwohner kamen ums Leben. Georgische Militärs töteten auch Angehörige der russischen Friedenskräfte.

Russland schickte seinerseits Truppen nach Südossetien und zwang Georgien zum Frieden. Anschließend erkannte Moskau die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien an. Als Antwort brach Tiflis die diplomatischen Beziehungen mit Russland ab und bezichtigte es der Besetzung von Territorien, die zuvor Georgien angehört hatten.

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