Ausland
Afghanistan-Einsatz: Nato will Waffentransit durch Russland
Das sagte Nato-Sprecher James Appathurai in einem Interview mit der Zeitung "Kommersant", das am Donnerstag veröffentlicht wurde.
"Derzeit haben einige Nato-Staaten wie Deutschland und Frankreich mit Russland eine Vereinbarung über den Lufttransit von militärischem Gut. Wir hoffen, dass ein solches Abkommen mit der gesamten Allianz in der nächsten Zeit unterzeichnet wird", so der Nato-Sprecher.
Ihm zufolge erlaubt Russland derzeit der NATO den Transit von nicht-militärischen Gütern für die 52 000 Soldaten in Afghanistan.
"In Pakistan gibt es allerdings Überfälle auf den Transportwegen. Deshalb würde ein Abkommen über den Landtransit durch Russland sehr helfen", betonte Appathurai.
Wie der Nato-Sprecher ferner mitteilte, wurde bei einem Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel beschlossen, die Beziehungen mit Russland wiederaufzunehmen, die nach den Kriegsereignissen im Kaukasus im August auf Eis gelegt worden waren. Es gebe bereits Arbeitsgruppen, die einen Zeitplan für Kontakte im kommenden Jahr erstellen.
"Wie aber Nato-Verbündeten selbst bestätigten, wird diese Vorwärtsbewegung gemäßigt und etappenweise sein", sagte er.
"Die Nato ist wirklich überzeugt, dass die Beziehungen zwischen der Allianz und Russland keine Alternative haben. Das heißt, wir dürfen nicht einander ignorieren", betonte der Sprecher.
Auf die Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrsystems in Europa eingehend, bestätigte der Sprecher erneut die Position der Allianz: Die Nato betrachte Russland nicht als Feind und sei nicht der Ansicht, dass Verbesserungen bei der Gewährleistung der Sicherheit Europas eine Gefahr für Russland darstellen würden.
Auf die Frage nach dem Grund der Weigerung auf dem jüngsten Nato-Gipfel, die Ukraine und Georgien an den Aktionsplan für die Mitgliedschaft (MAP) anzuschließen, antwortete Appathurai, dass weitere Reformen in den beiden Staaten notwendig seien.
"Es wurde keine Entscheidung über die MAP für die Ukraine und Georgien getroffen. Aber dafür wurde beschlossen, die Unterstützung dieser Staaten zu verstärken, damit sie die Nato-Standards erreichen können", sagte der Sprecher der Allianz.

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