
MOSKAU, 31. Dezember (RIA Novosti). Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat Kiew zu einem unverzüglichen Einlenken im Gasstreit aufgefordert.
"Wir können unseren ukrainischen Partnern jetzt empfehlen, möglichst schnell eine vernünftige Entscheidung zu treffen und die eigenen Bürger nicht zu weiteren Problemen zu verdammen", sagte Medwedew am Mittwochabend bei einem Treffen mit Ministerpräsident Wladimir Putin in Gorki bei Moskau. Die beiden Politiker erörterten das Problem der Gasversorgung der Ukraine und des Gastransits durch ihr Territorium im Jahr 2009.
Der russische Gasmonopolist Gazprom will die Gaslieferungen an die Ukraine am 1. Januar einstellen, sollten die Gaslieferverträge nicht bis Mitternacht unterzeichnet
werden.
Putin bezeichnete den russischen Vorschlag von 250 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas als "Angebot an das Brudervolk" und als eine Art "humanitäre Hilfe" für das wirtschaftlich angeschlagene Nachbarland. Die Ukraine lehnt auch diesen Preis als zu hoch ab. 2008 lag der Gaspreis für die Ukraine bei 179,5 Dollar pro 1000 Kubikmeter.
Der russische Regierungschef verurteilte die Drohung des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, das für Europa bestimmte Gas zu beschlagnahmen. "Wir halten dies für
völlig unkorrekt sowohl vom wirtschaftlichen als auch vom
juristischen Standpunkt", so Putin. Russland hatte Kunden in der Europäischen Union (EU) bereits von möglichen Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem Gasstreit mit der Ukraine in Kenntnis gesetzt.