RIA Novosti

Israel setzt Angriffe auf Gaza parallel zu Friedensbemühungen fort

13:12 15/01/2009

Die israelischen Truppen führen am Donnerstag eine Bodenoperation in einem größeren Stadtgebiet von Gaza, der Hauptstadt der palästinensischen Enklave, durch und setzen ihre Luftangriffe auf das gesamte Territorium des Gaza-Streifens fort. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Medienberichte über deutliche Fortschritte in der politischen Konfliktlösung, berichtet ein RIA-Novosti-Korrespondent.

GAZA, 15. Januar (RIA Novosti). Die israelischen Truppen führen am Donnerstag eine Bodenoperation in einem größeren Stadtgebiet von Gaza, der Hauptstadt der palästinensischen Enklave, durch und setzen ihre Luftangriffe auf das gesamte Territorium des Gaza-Streifens fort. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Medienberichte über deutliche Fortschritte in der politischen Konfliktlösung, berichtet ein RIA-Novosti-Korrespondent.

Bedeutende Kräfte von Infanterie und Panzern agieren im südwestlichen Stadtgebiet Tel al-Haua, wo es viele Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude gibt.

Dicke Rauchwolken steigen über den brennenden Häuserruinen der Wohnviertel auf, wo seit Mittwochabend Schüsse und Explosionen zu hören sind. Laut Augenzeugenberichten verlassen Tausende Stadtbewohner ihre Heimstätten.

Seit Donnerstagnacht sind bei den Kampfhandlungen insgesamt mindestens 13 Palästinenser, fünf davon im Norden des Gaza-Streifens, getötet worden. Weitere 15 Leichen wurden bei den Räumungsarbeiten an den Orten früherer Bombardements entdeckt.

In den 20 Tagen seit dem Beginn der Militäroperation sind nach Angaben einheimischer Mediziner mindestens 1040 Palästinenser getötet und mehr als 4800 verletzt worden.

Der Pressedienst der israelischen Armee hat über elf Soldaten berichtet, die bei den nächtlichen Kämpfen leicht verletzt wurden. Nach Angaben der Militärs wurden am Donnerstag 35 bewaffnete Extremisten außer Gefecht gesetzt. Die Luftwaffe hat etwa 70 Ziele, darunter eine Moschee in der Stadt Rafah, zerstört, wo nach israelischen Angaben Raketen deponiert gewesen sein sollen und sich Aktivisten radikaler Gruppierungen versammelt hätten. Während der Operation „Gegossenes Blei“ sind insgesamt 13 Israelis, darunter zehn Militärs, getötet worden.

Die Kämpfe werden parallel zu den Bemühungen geführt, eine politische Lösung des Konfliktes zu finden. Die in Kairo weilende Delegation der Hamas-Bewegung hatte am Vortag dem Friedensplan, der von ägyptischen Vermittlern erstellt worden war, im Prinzip zugestimmt. Am Donnerstag finden Verhandlungen über die Beendigung der Kampfhandlungen unter Leitung des israelischen Chefunterhändlers Amos Gilad statt, dessen Besuch in Ägypten zweimal verschoben worden war.

Wie die Zeitung „Haaretz“ schreibt, rechnet die israelische Führung damit, schon am Freitag von den USA schriftliche Garantien für eine verstärkte Bekämpfung des Waffenschmuggels in Gaza zu erhalten. Israel sieht das Hauptanliegen seiner Militäroperation darin, neben der Beendigung des Raketenbeschusses auch den illegalen Waffentransport zu stoppen, der den palästinensischen Gruppierungen ihre militärische Kraft zurück geben könnte.

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