Ausland
Erdogan nach Davos-Eklat mit Lob und Kritik überschüttet
Am Freitag kommentieren türkische Medien den jüngsten Eklat in Davos. Der türkische Regierungschef hatte gestern Abend das Weltwirtschaftsforum wutentbrannt verlassen.
Bei einer Podiumsdebatte verteidigte der israelische Staatspräsident Schimon Peres sehr emotional den Militäreinsatz im Gaza-Streifen. Als Erdogan im Gegenzug Israels Vorgehen heftig kritisierte und von „Mord“ an unschuldigen Menschen sprach, wurde er vom Moderator unterbrochen. Erdogan empfand das als Beleidigung und verließ das Forum mit den Worten „Ich komme nicht mehr nach Davos“.
„Schock in Davos“, titelte die Zeitung „Milliyet“ am Freitag und zitierte den ehemaligen türkischen Außenminister Sükrü Sina Gürel, der Erdogans Reaktion als große Entgleisung bezeichnete. Diese Reaktion sei des Status eines Staatsmannes nicht würdig.
Onur Oymen, Vizechef der oppositionellen Republikanischen Volkspartei sagte im Fernsehsender NTV, der Premier habe dem „Ruf der Türkei geschadet“: „Für die zivilisierte Welt gibt es keinen Erdogan mehr“.
Die Anhänger der regierenden Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei bejubeln dagegen den Ministerpräsidenten. In der Nacht hatten sie ihn mit Spruchbändern wie „Davos-Eroberer willkommen!“ und „Die Türkei ist stolz auf Dich“ im Flughafen empfangen.

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