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Westen geschockt über Organhandel: Kosovo-Mythos beginnt zu bröckeln - "Iswestija"

14:38 14/04/2009
MOSKAU, 14. April (RIA Novosti). In der europäischen Presse kursieren Nachrichten über einen Schock, nachdem sich herausgestellt hat, dass die "Kämpfer für Kosovo-Freiheit" ein Netz von Konzentrationslagern, in denen Serben und andere "Fremde" gefoltert, getötet und für den Organhandel aufgeschnitten wurden, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

Eine Sensation ist das eigentlich nur für die westlichen Medien. Sowohl in Serbien als auch in Russland berichtete man schon vor langer Zeit über die Bestialitäten der Angehörigen der "Befreiungsarmee" des Kosovo.

Im Westen dagegen beginnt man erst jetzt mit den Enthüllungen. Warum jetzt? Sehr einfach: Früher war das politisch unerwünscht.

Für den Normalleser wurde ein ganz anderes Bild der Kosovaren entworfen: schuld- und hilflose Opfer der "ethnischen Säuberungen" durch die Serben. Folglich war der einzige Weg, sie vor der Abrechnung zu retten, eine "humanitäre Operation" der Nato mit den "humanitären" Bombenangriffen auf friedliche serbische Städte.

Zurzeit ist die Notwendigkeit der Gehirnwäsche entfallen. Die Operation fand statt. Das Kosovo ist „frei“ von den Serben, ein Zurück gibt es nicht. So bricht sich die Wahrheit allmählich den Weg: in der Presse und in den Reden von Politikern.

So ein Mythos ist eine sehr bequeme Angelegenheit. In den Augen der Wähler rechtfertigen Mythen jeden Anfang, und sei er noch so zweifelhaft. Ideologische Klischees und pathetische Schablonen ("Freiheitskämpfer", "Opfer der Willkür", "unterdrücktes Volk", "blutige Diktatur") lähmen das Bewusstsein der Menschen, flößen ihnen Vertrauen zu den bloßen Worten der Politiker ein und gewöhnen ihnen kritisches Denken ab.

Ein weiteres Beispiel der Doppelstandards aus dieser Reihe ist die Teilung der führenden Politiker der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in "autoritäre Herrscher" und "zuverlässige Partner". Sie wechseln relativ leicht von der einen in die andere Kategorie über, kaum dass sich eine politische Notwendigkeit ergibt.

Hat ein Präsident seine Zustimmung gegeben, am Bau einer Gasleitung unter Umgehung Russlands teilzunehmen, oder versprochen, Abchasien und Südossetien nicht anzuerkennen, schon ist er beinahe ein Demokrat. Niemand denkt mehr an die Fälschungen bei den Wahlen und die Verhaftungen von Oppositionellen. Von nun an ist dieser Mensch ein Kämpfer für die Souveränität gegen Russlands Expansion, dazu angetan, den Helden eines neuen Mythos abzugeben.

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