Ausland
Israel will iranisches Atomproblem nicht allein lösen
Für die Eindämmung der iranischen Atomgefahr sei nicht Israel, sondern die ganze internationale Gemeinschaft mit den fünf UN-Vetomächten an der Spitze zuständig, betonte Lieberman in einem Interview für die Freitagausgabe der „Jerusalem Post“.
Wirtschaftliche Sanktionen gegen Teheran seien dabei ein effizientes Mittel. Lieberman wolle „nicht einmal daran denken“, welche Konsequenzen ein „verrücktes nukleares Wettrüsten“ in der Region haben würde.
“Kein Problem in unserer Region lässt sich ohne Klärung des iranischen Problems lösen”, hieß es. Das betreffe den Libanon, Syrien, den islamischen Extremismus in Ägypten sowie den Gaza-Streifen und den Irak.
Irans Atomprogramm aufzuhalten sei aber keine Vorbedingung für die Regelung des israelischen Konfliktes mit den Palästinensern.
„Nein, wir müssen mit den palästinensischen Angelegenheiten beginnen, denn eine Lösung liegt in unserem Interesse. Es darf aber keine Illusionen geben. Eine Einigung zu erzielen und den von Blut, Terror und Vorwürfen belasteten Konflikt zu beenden, ist unmöglich, solange man sich mit dem Thema Iran nicht befasst“, betonte Lieberman.
Auch der israelische Präsident Schimon Peres hatte kürzlich Spekulationen über einen möglichen Krieg gegen Iran als Unsinn bezeichnet. Trotzdem berichten westliche Medien immer wieder über einen möglichen Militärkonflikt. Ein israelischer Militär hatte am Sonntag der britischen „Times" gesagt, Israels Streitkräfte träfen Vorbereitungen, um einen Luftangriff auf iranische Atomanlagen im Kriegsfall möglichst schnell starten zu können.

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