Ausland
Russland und Türkei wollen Gasvertrag verlängern - enge Kooperation geplant (Zusammenfassung)
Das teilte Russlands Regierungschef Wladimir Putin am Samstag auf einer Pressekonferenz in Sotschi nach Verhandlungen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan mit. Nach dem Vertrag, der 2001 ablaufe, beziehe die Türkei sechs Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. "Zudem wollen wir detailliert die Möglichkeit des Baus eines zweiten Stranges der Gaspipeline Blauer Strom-2 prüfen", sagte Putin.
2008 hatte die Türkei 23,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland bezogen, 0,3 Milliarden Kubikmeter mehr als ein Jahr davor. Davon wurden zehn Milliarden Kubikmeter über die Unterwasserleitung Blauer Strom gepumpt. Ende März dieses Jahres vereinbarten Russland und die Türkei den Bau der Gaspipeline Blauer Strom-2, über die auch Israel und einige andere Länder im Nahen Osten versorgt werden sollen.
Putin kündigte an, dass russische Unternehmen bereit sind, mit dem Bau von vier Reaktorblöcken in der Türkei zu beginnen. Erdogan habe ihm bereits mitgeteilt, dass russische Firmen an einer Ausschreibung zum Bau eines Atomkraftwerks in der Türkei teilnehmen. "Wir sind auch bereit, ein Wasserkraftwerk in der Türkei zu bauen und es langfristig mit Erdgas zu versorgen", sagte der russische Regierungschef.
Erdogan teilte mit, dass bei den Gesprächen auch die Möglichkeit erörtert wurde, die Verrechnung im bilateralen Handel auf die nationalen Währungen umzustellen. "Ein solcher Schritt würde das Risiko von Kursverlusten minimieren und den Interessen beider Länder Rechung tragen", sagte der türkische Ministerpräsident.
Er habe Putin zu einem Besuch in die Türkei eingeladen. Die Visite finde in nächster Zeit statt. "Für Juni ist in der Türkei die 9. (turnusmäßige) Sitzung der türkisch-russischen Regierungskommission für die Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft geplant ... Wir werden all diese Fragen weiter behandeln und die nächsten Schritte tun", sagte Erdogan.

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