Ausland
Medwedew für gezielte Sanktionen gegen Nordkoreas Atomprogramm
Thema: Petersburger Wirtschaftsforum 2009
Nordkoreas Atomwaffentest will er demnächst mit dem amerikanischen Amtskollegen Barack Obama besprechen.
"Wir unterstützen die bisherigen Vorschläge, eine neue und recht ernsthafte Resolution anzunehmen und bestimmte Mechanismen zur Eindämmung dieser Programme unter anderem auf dem Wege der Einwirkung auf die wirtschaftlichen Prozesse zu erwägen", sagte Medwedew in seinem Interview für den US-Fernsehsender CNBC.
"Wir sind zu einem Zusammenwirken mit anderen Staaten, zu einem Zusammenwirken mit unseren Nachbarn und mit den Vereinigten Staaten von Amerika bereit", betonte er. "Ich bin bereit, diese Frage auch bei meinem Treffen mit dem US-Präsidenten im Juli in Moskau zu besprechen, unsere Kontakte werden aber auch in anderen Formaten stattfinden."
Wie Medwedew sagte, hat er in letzter Zeit eine ganze Reihe von Telefongesprächen geführt, unter anderem mit dem Premier Japans, dem Präsidenten Südkoreas und anderen Amtskollegen. "Unsere Meinung ist einfach: Die Atomwaffentests und die andauernden Raketenstarts... untergraben die internationale Sicherheit und stehen im direkten Widerspruch zu den heute geltenden Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates und Resolutionen der UN-Vollversammlung.
"Das ist die Besorgnis, die uns alle vereint. Man muss eine Entscheidung dazu treffen", sagte der russische Staatschef.
Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin hatte zuvor betont, dass die neue Resolution des UN-Sicherheitsrats nicht darauf abzielen wird, ein Wirtschaftsembargo gegen Nordkorea zu verhängen.
"In dieser Resolution wird nicht die Aufgabe formuliert, ein Wirtschaftsembargo gegen Nordkorea zu verhängen", sagte Tschurkin am Mittwoch bei der Videobrücke Moskau - New York, die von RIA Novosti veranstaltet worden war.
Tschurkin merkte an, dass "die Finanzrestriktionen, die zur Einschränkung der Möglichkeiten Nordkoreas für die Umsetzung von Raketen- und Atomprogrammen benötigt werden, die übliche Wirtschaftstätigkeit und die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht erschweren dürfen".
Die Resolution müsse darauf abzielen, die Risiken durch die Weiterverbreitung von Technologien für ballistische Raketen und Atomwaffen zu minimieren.
Die Resolution des UN-Sicherheitsrates dürfe nicht die Lage der Zivilbevölkerung Nordkoreas verschlechtern, so Tschurkin.

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