
ROM, 01. Juli (RIA Novosti). Neue Sanktionen gegen den Iran sind nach Ansicht des italienischen Außenministeriums noch nicht herangereift.
"Wir rechnen damit, dass die führenden Repräsentanten der G8 bei ihrem für Juli geplanten Treffen in L'Aquila ihr Bestreben bekräftigen, den Dialog mit dem Iran über dessen Atomdossier fortzusetzen", sagte Außenminister Franco Frattini am Mittwoch zu den Ergebnissen des diplomatischen G8-Gipfels in Triest, der im Juni stattfand.
"Die internationale Gemeinschaft hat sich unmissverständlich gegen die militärische Lösung des iranischen Atomproblems ausgesprochen ... Zugleich sollten die Gewaltanwendung im Iran und die Weigerung Teherans entschieden verurteilt werden, die Stimmen der jüngsten Präsidentenwahlen neu auszuzählen."
Frattini rief auf, dem Kurs der USA zu folgen. "Wenn Präsident (Barack) Obama dem Iran die Hand bis Dezember gereicht hat, denke ich, dass wir auch bis Dezember das gleiche tun sollten." Im September würden Vertreter der G8-Länder in New York zusammenkommen, um das iranische Problem erneut unter die Lupe zu nehmen. Dann könnte die internationale Gemeinschaft feststellen, ob die Entwicklung in die richtige Richtung gehe. Dabei wies der italienische Außenminister auf die große Bedeutung der Positionen Russlands und Chinas hin.
Frattinis Äußerungen laufen den jüngsten Erklärungen von Regierungschef Silvio Berlusconi zuwider. Am vergangenen Montag hatte Berlusconi in Neapel gesagt, dass er die Verhängung von Sanktionen gegen den Iran für möglich halte. Das resultiere aus seinen jüngsten Telefongesprächen mit führenden Repräsentanten einger Länder. Seine Gesprächspartner hätten zu verstehen gegeben, dass sich die Situation in Richtung Sanktionen entwickele. "Die Lage im Iran wird ganz oben auf der Tagesordnung des G8-Gipfels im Juli in L'Aquila stehen", sagte der italienische Regierungschef.