
MOSKAU, 03. Juli (RIA Novosti). Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat die Öllieferungen nach Honduras wegen des dortigen Machtsturzes seines Amtskollegen Manuel Zelaya eingestellt.
Nächste Woche sollte ein Öltanker nach Honduras entsandt werden. Laut dem Petrocaribe-Vertrag bekommen 20 Länder Zentralamerikas und der Karibik täglich rund 200 000 Barrel venezolanisches Öl zu Vorzugspreisen. Honduras hatte sich im Dezember 2007 diesem Vertrag angeschlossen.
Wie Chavez im venezolanischen Fernsehen betonte, hat sein Land nicht vor, sich in die inneren Angelegenheiten einzumischen, es will aber niemanden an der Spitze von Honduras außer Präsident Zelaya anerkennen.
Zelaya war letzten Sonntag von Militärs gestürzt und von den Putschisten nach Costa Rica abgeschoben worden. Parlamentschef Roberto Micheletti soll die Vollmachten des Staatschefs bis zu den Wahlen im Herbst ausführen.
Die UN-Vollersammlung und die Organisation der Amerikanischen Staaten unterstützten indes Zelaya, der nach eigenen Worten bis Ende dieser Woche in seine Heimat zurückkehren will.
Die provisorische Regierung in Honduras schließt die Möglichkeit eines Referendums über die Rückgabe der Machtbefugnisse an Zelaya bis zum Ablauf von dessen Amtszeit im Januar 2010 nicht aus. Es sei aber "kompliziert", dieses Referendum gleich abzuhalten, hieß es.
Die meisten Staaten der Welt, darunter auch Russland, sowie der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilten die Putschisten.
Wie ein Sprecher des EU-Vorsitzlandes Schweden RIA Novosti mitteilte, wurden alle Botschafter der EU-Länder aus Protest gegen den Putsch aus Honduras abberufen.