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Georgien: Gericht entscheidet über Beschlagnahme von türkischem Tanker

19:02 19/08/2009

Der türkische Tanker "Buket", den der georgische Küstenschutz am Montag auf dem Weg nach Abchasien gestoppt und zur Weiterfahrt in die Hafenstadt Poti gezwungen hatte, kann ins Eigentum des georgischen Staats überführt werden.

TIFLIS, 19. August (RIA Novosti). Der türkische Tanker "Buket", den der georgische Küstenschutz am Montag auf dem Weg nach Abchasien gestoppt und zur Weiterfahrt in die Hafenstadt Poti gezwungen hatte, kann ins Eigentum des georgischen Staats überführt werden.

Darüber entscheidet derzeit das Stadtgericht in Poti, wie der georgische Grenzschutz RIA Novosti mitteilte. Wenn das Gericht die Verstaatlichung des Schiffes beschließe, werde es dem Finanzministerium übergeben, das es sehr wahrscheinlich versteigern werde, sagte Kirtadse weiter.

Der Schiffskapitän ist türkischer Staatsbürger und befindet sich in georgischer Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft eine Ermittlung wegen Verdachts auf schweren Verstoß gegen georgische Zoll- und andere Gesetze. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwölf Jahren Haft.

Die übrigen 16 Besatzungsmitglieder, von denen zwölf Türken und vier Aserbaidschaner sind, befinden sich auf der "Buket". Laut Kirtadse gelten sie als Verdächtige, eine Anklage sei aber noch nicht erhoben worden.

Nach abchasischen Angaben war das Schiff mit 3000 Tonnen Benzin und 775 Tonnen Dieselöl nach Suchumi unterwegs, als es im neutralen Gewässer vom georgischen Küstenschutz festgehalten wurde. Nach georgischen Angaben hatte der Tanker nur 2000 Tonnen Benzin und 700 Tonnen Dieselöl geladen.

In diesem Jahr ist es bereits das dritte türkische Schiff mit zivilen Frachtgütern für Abchasien, das vom georgischen Küstenschutz aufgebracht wurde. Georgien betrachtet Abchasien und dessen Gewässer als eigenes Hoheitsgebiet und die Schiffslieferungen ohne Genehmigung der georgischen Behörden als illegal.

Die ehemalige georgische Autonomie Abchasien hatte sich nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 von Georgien gelöst und existierte bis zuletzt als nicht anerkannter De-facto-Staat. Im August vergangenen Jahres wurden Abchasien sowie die andere abtrünnige Region in Georgien, Südossetien, von Russland und dann auch von Nicaragua als unabhängige Staaten anerkannt.

Der Anerkennung war ein Angriff der georgischen Armee auf Südossetien vorausgegangen, der hunderte Zivilisten das Leben kostete.

 

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